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John Xisor
Muggel

Anmeldedatum: 24.08.2007
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07. Padua
Am nächsten Tag holte Hermine Harry von Zuhause ab, so wie sie es versprochen hatte und sie apparierten gemeinsam nach Padua. Hermine erzählte von ihrer Zeit hier und dass es ihr sehr schwer gefallen sei, das einmalige Angebot der Universität abzulehnen, hier in der Bibliothek tätig zu werden.
„Es ist wirklich kaum vorstellbar, dass du das wirklich abgelehnt hast, wo du doch die meiste Zeit immer in Hogwarts in der Bibliothek zugebracht hast!“, sagte Harry mit einem Augenzwinkern.
„Das war doch etwas anderes… da musste ich lernen. Allerdings hatte ich danach andere Pläne. Es gab Ron. Und er hatte gerade bei Eintracht Pfützensee unterschrieben. Ich wollte nicht, dass wir schon wieder getrennt waren. So habe ich mich entschlossen, meiner zweiten Bestimmung zu verfolgen. Die Ziele selbst legten sich aber erst offen, nachdem ich den Weg eingeschlagen hatte und es war gut, dass ich mich so entschieden hab!“, meinte sie und hakte sich bei ihm unter, als sie über die große Plaza gingen.
„Das ist eine Misch-Uni oder? Zauberer und Muggel.“, fragte Harry.
„Ja, das machte es ja so faszinierend. Da hast du auf der einen Seite den Stoff aus der Muggel-Universität neben dem Zauberstoff. Und was man hier an Arithmanik vorgesetzt bekam, war wirklich nicht von schlechten Eltern.“, lachte sie. Gleich darauf sagte sie drängend: “Komm! Wir werden bestimmt schon erwartet.“
Harry legte ein schiefes Grinsen auf und dachte <Ja>, doch er sagte nichts.
Hermine führte ihn noch eine Weile durch das Gelände. Er war der Ansicht, dass sie wirklich nur zu gern hier geblieben wäre, doch es gab ja Ron. Ron. Den leisen Anflug von Eifersucht schob er schnell wieder beiseite. Was sollte das? Hatten sie nicht alle vier bekommen, was sie sich wünschten? Sie hatten doch alles erreicht. Er war zwar jetzt ein Muggel, aber immerhin der Schulleiter von Hogwarts und Professor Potter, wozu also die seltsamen Gedanken? Und doch hätte er in einigen Punkten manchmal mit Ron tauschen wollen, ganz besonders was sein Talent im Quidditch anging. Ron, der Hüter von England. In die Vergangenheit geblickt klang es für Harry fast wie ein Treppenwitz.
„Die warten bestimmt schon auf uns!“, bemerkte Harry, um seine Gedanken zu vertreiben und wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen, weswegen sie ursprünglich hier waren.
„Lass sie! Wer weiß, wann ich mal wieder die Gelegenheit hab’, mit meinem besten Freund hierher zukommen.“, sagte sie und griff nach seiner Hand, während sie die große Treppe hinaufstiegen, danach bog Hermine gleich nach rechts. Sie wusste, wo es lang ging. Anschließend bahnten sie sich den Weg durch ein paar breite Gänge und Hallen. Auf halbem Weg kam ihnen Bernardo bereits mit ausgestreckten Händen entgegen.
„Mrs Zaubereiministerin, Professor Potter, wir haben uns schon Sorgen gemacht, dass ihnen unterwegs etwas zugestoßen sein könnte. Erst als ich sie beide im Innhof sah, konnte ich ihr Ministerium beruhigen. Ich hätte mir gleich denken können, dass sie sich erst einmal umsehen möchten.“, sagte er freundlich und versuchte, Harry so wenig wie möglich anzustarren. Natürlich waren der Mann, seine Narbe und seine Taten legendär. Umso überraschter und erfreuter war Bernardo, dass Professor Potter genau dem entsprach, was man sagte. Er war ein eher unauffälliger Typ, der es vorzog, in Ruhe gelassen zu werden.
„Bernardo, nicht doch. Warum so förmlich? Ich musste mich doch erst mal umsehen. Seit damals hatte ich leider keine Gelegenheit mehr herzukommen, dafür habe ich heute einen sehr guten Freund mitgebracht!“, sagte sie stolz und zog Harry näher heran, damit sie die beiden Männer bekannt machen konnte.
„Der Schulleiter von Hogwarts an der Universität zu Padua… Es ist mir ein Vergnügen, sie kennen zulernen, Professor!“, sagte er so normal wie möglich und hoffte, dass Harry den Faden aufnahm, was dieser auch tat.
„Mr. Buchan, richtig“? Bernardo nickte. „Wir haben sie beide nicht halten können, aber trösten sie sich – Hermine hatte schon immer ihren eigenen Kopf und sie sehen ja, sie hat uns allen etwas vorgemacht.“ Bernardo lenkte das Gespräch bewusst auf ihre Person, um nicht über sich reden zu müssen. Hermine warf ihm erst einen strafenden Blick zu, schien es aber im Anschluss durchaus nicht unangenehm zu finden, bei den beiden Männern zum Gesprächsthema avanciert zu sein. Während die drei über das Gelände gingen und Hermine zwischendurch die immer noch herrlichen Gärten der Anlage bewunderte, unterhielten sich Harry und Bernardo über den Inhalt ihrer schuleigenen Bibliotheken. Kurz danach kamen sie ganz wie von selbst auf das eigentliche Thema zu sprechen, weshalb sie hergekommen waren. Das war eben Harry Potter. Er mochte vielleicht nicht mehr zaubern können, doch wie er schon damals Professor Slughorn überredet hatte, den Posten als Lehrer in Hogwarts zu akzeptieren, um später auch seinen eigenen Vorteil daraus ziehen zu können, hatte er das Gespräch über die Bibliotheken schnell auf die Bücher bringen können und Bernardo war ganz hin und weg von seinen Ausführungen sowie den Leistungen, die Hermine an den Tag legte.
Sie schlenderten jetzt weiter durch einen langen Gang. Einzig fiel ihm auf, dass hier keine Studenten anzutreffen waren. Bernardo sagte, dass dieser Teil der Universität nicht jedem zugänglich war und man deshalb fast niemanden antraf. Harry Blick glitt über die langen Wände und Fresken, welche diese zierten. Sie zeigten Zentauren, Bauwerke, Steine, Vögel, Menschen mit und ohne Zauberstab. Obwohl Harry noch nie hier war, erinnerte ihn das Bild an irgendetwas. Er bekam allerdings nicht heraus, an was. Hermine ging jetzt wieder neben ihnen und bemerkte, wie Harry die Wandmalereien betrachtete und kurz stutzte.
„Was ist?“, wollte sie wissen und Harry antwortete: „Nichts, ich dachte nur, dass ich das hier schon einmal gesehen hab…“, sagte er beiläufig zu Hermine, um im Anschluss sein Gespräch mit Bernardo fortzusetzen. „Wie alt ist das“, fragte Harry und zeigte auf die Malereien.
„Kommt ihnen bekannt vor, stimmts?“, schockte er Harry, der jetzt nur noch nicken konnte. „Das ist in jedem Schulbuch über die Geschichte der Zauberei enthalten!“, sagte er und Harry war irgendwie erleichtert, doch dazu gab es keinen Grund, denn Bernardo hatte noch etwas mehr dazu zu sagen. „Allerdings… gehen die Meinungen über Alter, Entstehung und Bedeutung sehr auseinander.“, räumte Bernardo ein.
„Weshalb?“, fragte Harry nach, den das jetzt wirklich interessierte. Er wollte jetzt mehr, als oberflächliche Konversation.
„Die einen sagen, es sei einfach nur ein Bild von einem unbekannten Künstler… Wir beide wissen, dass dies in der Magie höchst unwahrscheinlich ist.“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln, während er auf Harrys Reaktion wartete.
„Davon ist auszugehen.“, stimmte er Bernardo zu.
„Und was gibt es noch für Theorien?“, hakte er jetzt gezielt mit einem sehr beiläufigen Unterton nach. Hermine war froh, ihn endlich wieder in seinem Element zu sehen. Sie fragte sich zwar, was das jetzt mit ihren aktuellen Nachforschungen zu tun hatte, ließ die beiden jedoch gewähren und stellte sich interessiert zu ihnen, während Harry eine Demonstration als Meister seines Fachs abgab.
Bernardo hielt inne und führte sie noch einmal zum Anfang des langen Ganges. „Ich würde gern etwas weiter ausholen, wenn sie gestatten, Professor!“, fragte Bernardo. Harry nickte, während Hermine mit den Augen rollte. Bernardo erklärte: “Betrachten sie sich zuerst das Fresko als Gesamtes, was sie am Anfang, im Mittelteil und zum Ende hin sehen – und über allem der funkelnde Sternenhimmel, doch sehen sie jetzt genauer hin. Die Zentauren blicken nach oben, während die Menschen ihre Zauberstäbe gen Sternenzelt halten. Dann diese beiden hier, sehen sie? Ihr Stab wird von etwas getroffen… ein Licht, die Macht der Sternenmagier – niemand weiß es. Weiter zeigt das Fresko einen glatt geschliffenen, weißen Stein, einen Vogel, der über dem Stein zu schweben scheint und mehrere Personen, die scheinbar zusammengehören und etwas abseits ein paar andere.“
Harry hörte interessiert zu. Nur einmal schien er ein wenig die Stirn zu runzeln, als er nachfragte: „Sternenmagier?“ Diesmal war er es, der mit den Augen rollte.
Ein wenig belustigt fragte Bernardo: „Natürlich! Oder kennen sie die Legende etwa nicht?“ Natürlich kannten sie die. Professor Binns hatte sie damit gleich am Anfang ihres ersten Schuljahres zu Tode gelangweilt. Beide nickten und hofften, dass Bernardo jetzt nicht auch damit anfing, was sich jedoch als Irrtum herausstellen sollte. Doch dieses Mal war es nicht langweilig.
Der Tag neigte sich bereits dem Nachmittag entgegen und tauchte den Gang in ein seltsames, aber wunderschönes, orangefarbenes Licht, als Bernardo fortfuhr und er Harry plötzlich fragte: „Wie alt ist die Magie?“ Harry wusste darauf keine Antwort. „Na, kommen sie Professor Potter… enttäuschen sie mich nicht. Hermine, sie wissen es bestimmt! Wie alt?“ Die beiden sahen sich an und zuckten mit den Schultern. „Sie wissen es nicht, richtig? Trösten sie sich, ich auch nicht. Niemand weiß es. Bei Ollivanders bekommen sie Zauberstäbe seit 382 vor Christus. Man sagt, er sei einer der ältesten Zauberstabmacher. Nun ist Mr. Ollivander weit über zweitausend Jahre alt? Selbst Dumbledore soll seinen bereits von ihm haben und sie beide haben ihn auch dort gekauft, richtig?“ Harry und Hermine nickten. „Wenn man den Mann ansieht, würde man ihn um die sechzig schätzen, aber wie lange ist der schon um die sechzig, hmm? Und wenn er Zauberstäbe seit 382 vor Christus fertigt, wer war sein Vorgänger? Von wem hat er das Geschäft übernommen oder wurde die Magie erst da entdeckt? Diesen Fragen muss man sich stellen, will man anderes in Frage stellen!“, philosophierte Bernardo.
Er führte die beiden zum Anfang des Freskos, auf dem man die Zentauren sehen konnte. „Fangen wir mit dem ersten Teil an. Zentauren kennen sie beide, richtig? Sie sind aber nicht unsere Freunde, man lässt einander jedoch in Frieden und führt eine mehr oder weniger ruhige Koexistenz.“, sagte er und wies dabei auf das, was das Bild zeigte. „Das Bild zeigt die Legende der Zentauren, die besagt, dass ihre Lehrer einst aus den Sternen herabstiegen und ihnen am Ende die Gabe der Voraussicht überließen.“, führte er weiter aus. “Sie gelten als eine der reinsten Wesen überhaupt, doch weiterentwickelt haben sie sich nicht. Sie sind zum heutigen Zeitpunkt noch genauso verbohrt und arrogant, wie sie es schon vor fünfhundert Jahren oder länger waren. Doch das war nicht im Sinne ihrer Lehrer und deshalb kehrten sie zurück. Dieses Mal wählten sie sich die Menschen aus und schufen das, was wir heute als unsere Magische Welt kennen. Diese Wahl war besser!“, erklärte Bernardo.
Harry fand einen Punkt, um noch mal nachzuhaken, denn er fragte: „Warum nur besser? Warum nicht gut?“
Bernardos Augen begannen zu leuchten. „Ahh, ich sehe, Professor Potter, sie können mir folgen… Sehr gut!“, bemerkte er.
„Menschen sind Menschen – die einen sind besser, die anderen nicht. Manche sorgen sich um das Wohl anderer und manche nur um ihr eignes. Versuchen wir nun, das zweite Fresko zu interpretieren und unsere Schlüsse daraus bis in die heutige Zeit zu ziehen. Wenn wir annehmen, dass sich das, was sich mit den Zentauren ereignet hat, sich mit den Menschen vor langer Zeit wiederholt hat, wurden dort die Linien der alten Zaubererfamilien geschaffen. Und hier liegt genau das Problem. Toujour Pur! bedeutet Stagnation, nicht Weiterentwicklung. Über die Jahrtausende haben sich immer nur wenige sogenannte Reinblüter mit Muggeln oder Halbblütern verbunden. Viel zu wenige, um eine gesunde Population hervorzubringen oder zu erhalten! Dies hat dazu geführt, dass die alten Linien mehr oder weniger am Ende sind. Die Magie ist nur fast wie das Leben. Das Leben findet immer einen Weg. Immer! Werfen sie mal ein paar Abfälle in einen Plastiksack und stellen ihn für eine Woche in die Sonne. Die Magie muss von Generation zu Generation weitervererbt und aufgefrischt werden, denn sonst geht sie zu Grunde. Ich gebe uns noch rund fünfhundert Jahre, dann gibt es keine Magier mehr auf Erden und unsere Welt, wie wir sie kennen, hat aufgehört zu existieren. Es sei denn…“ und jetzt unterbrach Harry ihn und beendete seinen Satz: “…es sei denn, sie wird noch mal angestoßen.“
„Das ist es. Sie reisen durch die Zeit. Und sie waren mindestens zweimal mal hier. Den Zentauren überließen sie die Gabe der Voraussicht. Die vier Hogwarts Gründer galten als die größten Magier ihrer Zeit. Was wenn sie auf etwas Ähnliches gestoßen sind – oder etwas gestoßen wurden?“, fragte Hermine.
„Ja! So etwas in der Art nehme ich auch an. Wir selbst benutzen so etwas wie Zeitumkehrer.“, erklärte Bernardo
„Aber es gab Versuche des Lebens, sich mit der Magie zu vereinen, hab ich recht?“, Wollte Harry nun von Bernardo wissen.
„Ja, die gab es und diese endeten zum Teil fürchterlich. Sehen sie, wenn etwas begreift, dass es stirbt, versucht es sich mit aller Macht zu wehren, wo wir wieder bei dem Toujour Pur!-Wahnsinn wären. Was ich damit versuche zu sagen ist, am Beispiel der Linie der Slytherins, deren letzter Nachfahre bekanntlich sie sind Professor…“ Hier klappte Harry die Kinnlade runter, aber Bernardo fuhr unbeeindruckt fort: “…aber sie waren nicht der einzige. Als Merope Gaunt sich den muggelstämmigen Tom Riddle als Vater ihres Kindes auserkoren hatte, war es sicher Liebe, zumindest von ihrer Seite aus. Sie hat das einzig richtige getan! Sie hat ihr Blut mit dem eines nicht magischen Menschen vermischt. In der Muggelwelt würde man jetzt sagen, sie hätte einen Gott geboren, auch wenn es ein Dunkler war. Sangreal – reines Blut, doch es war zu spät. Die Linie hätte sich schon vorher teilen müssen. Eure Linien hingegen haben zum Teil eine Generation magisch übersprungen. Dort sind entweder die Eltern oder die Großeltern zum Teil über mehrere Generationen nicht magisch veranlagt, aber ihr seid es wieder, nicht wahr, Hermine?“ Bernardo bemerkte, wie ihr Gesicht zu einer Maske wurde, doch er sprach weiter: „Ihr habt beide Kinder… Ich möchte wetten, die können jetzt schon mehr als andere!“ Jetzt legte Bernardo den Kopf schräg und lächelt, während Harry und Hermine leicht nickten.
„Sie haben natürlich vollkommen recht – das ist alles nur eine Legende. Aber interessant ist, was man daraus formen kann, wenn man einfach nur mal die gegebenen Fakten zur Hand nimmt. Und nun, ich sehe, es ist schon spät geworden, wollen wir uns dem widmen, weshalb ihr hergekommen seid. Einverstanden?“, fragte Bernardo.
Er ging bereits vor, während Harrys Blick immer noch auf dem Fresko lag und Hermine bereits mit der Hand winkte, er möge doch jetzt mal kommen.
„Wenn sie die Bücher mal satt haben oder hier niemand mehr ist, der ihren geschichtlichen Ausführungen Gehör schenken will, dann kommen sie als Lehrer für Zaubereigeschichte nach Hogwarts. Ich könnte mir denken, dass sie einen guten Lehrer abgeben und die Kinder sie ganz sicher lieben würden!“, meinte Harry, als er Hermine folgte.
„War das ein Angebot, Professor Potter?“, fragte er lächelnd und Harry bejahte wortlos.
Jetzt führte er sie in “seine“ Bibliothek. Auf einen Wink mit seinem Zauberstab wurde der Raum erhellt und man erkannte die hohen Regale, die vollgestopft waren mit alten Büchern. Bernardo hielt an einem Regal und griff nach einem sehr, sehr abgegriffen aussehenden Band, welches er auf einen davor stehenden Tisch legte, bevor er sanft über den Einband strich. Für Harry erschien diese Bewegung fast ehrfürchtig.
„Ich hoffe, ihr beide wisst, was ihr macht und ich hoffe es auch. Dieser Schlüssel hier ist für diesen Raum und der andere für die Tür des Ganges dahinter. Da ich annehme, dass ihr hier eure Ruhe haben wollt, werde ich euch einschließen. Wenn ihr fertig seid, gebt den Schlüssel bitte zurück.“, sagte er noch und ließ die beiden danach allein.
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So 23 Sep, 2007 12:08 |
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John Xisor
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08. Die Entschlüsselung der Unendlichkeit
Harry starrte das alte Buch einfach nur an. Sie waren also doch noch dazu gekommen, es zu sehen. In seinem Inneren hatte er nicht mehr daran geglaubt, dass es wirklich existieren könnte, doch seine unbeugsame Begleiterin hatte ihn beharrlich vorangetrieben.
Hermine strich jetzt auch sanft mit ihrer Hand über den Umschlag und ahmte unbewusst Bernados Geste nach, bevor sie laut vorlas:“ J.El-S. – Die Entschlüsselung der Unendlichkeit. Da steht nichts von einem Band vier. Es ist also nicht aus der gleichen Bücherreihe. Es ist nur ein Band.“
Sie betrachtete Harry, der von dem Buch regelrecht gebannt war. Es schien, als kämpfe er mit sich. Beide waren sich im Klaren darüber, dass es kein Zurück geben würde, sobald sie die erste Seite des Buches aufgeschlagen hätten. Doch Hermine wusste, dass Harry aufgrund ihrer Beharrlichkeit nun keinen Rückzieher mehr machen würde. Sie zauberte zwei bequeme Stühle heran und die beiden setzten sich vor das Buch.
„Bereit?“, fragte sie Harry, der ihr nickend antwortete. Auch er hatte sich von der Faszination gefangen nehmen lassen, die davon ausging. Dazu kam noch die hochinteressante Unterhaltung mit Bernardo. Woher wusste der Mann das alles? Wahrscheinlich, wenn man sich mit Zaubereigeschichte intensiv auseinander setzte, kam man hier und da von allein auf einige Dinge. Wenn man darüber hinaus noch in der Lage war, einige andere Fakten zu addieren, tat sich einem offensichtlich noch mehr auf.
Sie griffen beide zusammen den Buchdeckel und schlugen die erste Seite auf. Wie erwartet waren die Seiten leer. Doch als sie die nächste Seite umschlugen und ihre Hände das Papier berührten, erschienen langsam die Buchstaben:
In tiefen, kalten, hohlen Räumen. Wo Sterne sich mit Schatten paaren. Wo alte Bücher Träume träumen. Von Zeiten, als sie Bäume waren. Wo Kohle Diamant gebiert. Man weder Licht noch Gnade kennt. Dort ist's, wo jener Geist regiert. Den man den Sternenmagier nennt.
„Das ist wunderschön. Es ist beinah so, als verneige sich der Autor in Achtung vor dem Leser. Das ist ganz anders, als in den anderen Büchern.“ Hermine begann zu weinen und auch Harrys Augen füllten sich mit Tränen. Als diese auf das alte Papier tropften, vereinten sie sich miteinander, bevor wie von Zaubererhand weitere Buchstaben erschienen.
„Sieh mal: Unsere Tränen verschmelzen.“, sagte Hermine.
Bringt mich an den Ort, wo gegeben werden kann, wonach Euer Herz sich sehnt.
Dominus Magus Aster Incendium gladius curvus abacus. Sangreal.
„Es hat auf uns gewartet, Harry! Nicht auf einen, sondern auf uns beide!“, schluchzte sie. Harry musste nun auch schwer schlucken. „Oder auf vier. Und Bernardo hat es gewusst, nicht wahr? Deshalb hat er uns auch die ganze Geschichte erzählt.“, sagte Harry leise, während die beiden alten Freunde sich in die Arme nahmen sanken und stille Tränen weinten. Es dauerte eine Weile, bis sie ihre Gefühle wieder in den Griff bekamen.
„Was jetzt?“, fragte Harry. Er wusste, Hermine kannte alle Antworten. Es war, als brauche sie nur einen Fuß vor den anderen zu setzen und der Weg vor ihr offenbarte sich, Schritt für Schritt.
Sie holte ein Taschentuch heraus, wischte sich die Tränen ab und schnäuzte sich die Nase, bevor sie damit begann, die einzelnen Zeilen auseinander zunehmen.
„Der Ort wird wahrscheinlich die Halle sein, in der das Fresko ist. Wir sollten uns noch die andere Seite ansehen. Ich denke, sie wird zeigen, was die ersten Verse beschreiben, ähnlich wie die andere Seite die Legende beschreibt.“, sie machte eine Pause. Harry setzte ein: “Dann kommt der schwierige Teil. Der Rest ist ein Befehl, nein es sind zwei Befehle! Zum einen, den Sternenmagier erscheinen zu lassen und zum anderen reines Blut zu erschaffen. Und das fügt sich dann auch nahtlos an das, was Bernardo gesagt hat. Das Leben findet einen Weg. Die Magie durch uns.“ Hermine fügte ein stilles Gebet hinzu. <Bitte>
„Was werden wir beschwören Hermine?“, fragte er. Sie erkannte, dass er “wir“ sagte, nicht “wirst du“, sie würde ihn jetzt nicht entmutigen, sondern gewähren lassen. Nein, sie brauchte Felix nicht, der Weg lag ihr zu Füßen und nur noch ein paar Schritte waren sie vom Ziel entfernt. Hätte er nach dem Ziel gefragt, hätte sie keine Antwort geben können, die ihn befriedigen würde. Doch er ließ sich von ihrem Elan gefangen nehmen. „Den Magier der Sterne, Herrn der Feuerschwerter, wir bitten ihn, den Raum zu krümmen und reines Blut zu erschaffen. Die letzten beiden Male kam er von allein, aber vor mehr als tausend Jahren hat er etwas hinterlassen. Das Buch hier ist ihr Vermächtnis an unsere Welt. Nur wer in der Lage sein würde, es zu lesen, ist in der Lage, ihn zu rufen und zu bitten. Du hast es selbst gesagt. Die Magie musste einen eigenen Weg finden. In der Muggelwelt gibt es einen ganz einfachen Begriff dafür Harry. Evolution. Das Bestreben, sich geistig und genetisch weiterzuentwickeln. Fortschritt – nicht Rückschritt. Wir werden das jetzt wieder in Gang setzen!“, sagte sie und ihre Worte duldeten keinen Widerspruch.
Hermine griff das Buch und seine Hand. Sie führte ihn in den Gang hinunter, durch den sie gekommen waren. Es war dunkel. Mit einem kraftvollen Lumos aus ihrem Zauberstab brachte sie ihn zum erstrahlen. Sie wandten sich nun der anderen Seite zu und Harry las die Verse, während er sich das Fresko der anderen Seite ansah. Er deutete auf das Buch und den gegenüberliegenden Baum, die Kohle und die dazugehörenden Diamanten. Hermine nickte zustimmend, bevor sie flüsterte: „Ich glaube, wir müssen das zusammen sprechen. Bist du bereit?“ Harry zögerte einen Augenblick, stimmte dann aber leise zu. Kurz darauf stellten sich beide nebeneinander und sprachen zusammen die ersten Verse:
„In tiefen, kalten, hohlen Räumen. Wo Sterne sich mit Schatten paaren. Wo alte Bücher Träume träumen. Von Zeiten, als sie Bäume waren. Wo Kohle Diamant gebiert. Mann weder Licht noch Gnade kennt. Dort ist's, wo jener Geist regiert. Den man den Sternenmagier nennt.
Das Strahlen wurde intensiver. Die beiden Fresken und die Decke rissen auf und gaben den Blick auf einen verzauberten, klaren Sternenhimmel frei, durch den kaum merklich Schatten rasten. Jetzt hörten sie eine tiefe Stimme sagen:
„Sprich – nur wenn du reinen Herzens bist, noch kein Blut an deinen Händen ist!“
„Sprich – wenn du Bereitschaft erlangt – zurückzufordern was Dein und mehr als verlangt!“
"Dominus Magus Aster Incendium gladius curvus abacus. Sangreal.”
„Bereit zu empfangen – was verloren geglaubt – wirst du besiegeln – bis in den Tod!“
„Offenbar’ uns die Macht – die Euch zu uns gebracht!“
Harry hatte bis eben keine Ahnung, was noch kommen sollte, doch Hermine wusste, was zu tun war. Sie griff unter ihren Pullover und holte eine kleine Schachtel hervor. Es sah so aus, als fielen ihm die Augen aus dem Kopf. Langsam öffnete sie das Kästchen und schlug die seidenen Abdeckungen weg. Jetzt nahm sie seine Hand in die ihre und führte sie zu seinem Zauberstab. Seine Finger fühlten das Holz, während sie sich langsam um den Stab schlossen. Hermine hielt seine Hand zusammen mit dem Stab umklammert, als sie ihn ruhig gegen die verzauberte Decke streckte und sich auf die Zehenspitzen stellte, um Harry in die smaragdgrünen Augen sehen zu können.
„Ich sehe die Sterne…“ – „Ich auch!“
Als sich ihre Lippen zu einem Kuss trafen, der immer inniger und leidenschaftlicher wurde, riss ein gleißend blauer Blitz den schwarzen Sternenhimmel entzwei, berührte die Spitze des Stabes und schloss die beiden für Minuten in dem Licht ein. Ein Ausleger verbrannte das alte Buch und als sich das Licht immer enger um die Liebenden schloss, um schließlich den Stab wieder zu verlassen, barst er auseinander und verbrannte samt Fawkes Feder.
Sie konnten sich kaum trennen, lösten dann doch kurz die Lippen voneinander, sahen sich an und flüsterten wie aus einem Mund: „Wir sind es!“ Um sich im Anschluss einander hinzugeben und ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen, von denen beide bis vor ein paar Minuten noch geglaubt hatten, sie wären rein freundschaftlicher Natur.
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Do 04 Okt, 2007 20:35 |
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John Xisor
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09. Wands since 382 B.C.
Der Laden in der Winkelgasse sah nicht wirklich einladend aus. Das Geschäft mit nur einem Schaufenster wirkte heruntergekommen; im Fenster lag ein einzelner, verstaubter Zauberstab. Mr. Ollivander war sich seines einmaligen Status in der Zaubererwelt offensichtlich voll bewusst. Er schien keinerlei Gedanken daran zu verschwenden, seinen Laden zu dekorieren. Auch die vergoldete Schrift, die über dem Fenster verkündete, wo man sich befand, blätterte bereits von dem grünen Holzschild ab. Es war gerade noch erkennbar, dass Ollivanders seit etwas mehr als zweitausend Jahren bestand. Kein Grund, mal eine Renovierung durchzuführen.
Der Mann sah durch das Fenster, konnte aber nichts erkennen. Mal abgesehen davon, dass die Scheiben auch einen Spritzer Wasser nötig hätten und wenn schon nicht den, dann aber einen anständigen Ratzeputz-Zauber. Das Schild an der Tür wies den Käufer darauf hin, dass im Augenblick geöffnet war. So griff er nach der Klinke und trat ein. Im Innern bot sich ein ähnliches Bild, wie es das Äußere schon vermuten ließ. Der Laden selbst war klein, eng, stickig und unaufgeräumt. In den meterhohen Regalen stapelten sich tausende kleiner Schächtelchen. Manche von ihnen mit und andere ohne Verzierung überdeckt, aber alle hatten eine dicke Staubschicht gemeinsam. Er sah sich in dem Laden um, trat an die Verkaufstheke und betätigte die Glocke, die dort angebracht war. Nach dem ersten “kling“ konnte man ein Rumpeln und Fluchen aus dem hinteren Teil des Ladens vernehmen. „Ich bin nicht taub!“, rief eine Stimme. Jetzt hörte es sich so an, als würde ein Schränkchen umfallen.
„Kann ich ihnen vielleicht helfen?“, fragte der einzige Kunde und beugte sich neugierig in den neben der Theke verlaufenden Gang.
„Nein! Gleich… Ich bin gleich da! Nur noch… einen Moment!“, ächzte er. „Nehmen sie doch einen Moment Platz!“, klang die Stimme unfreundlich, während sich der dazugehörige Mann hörbar abmühte, etwas nicht näher Definiertes auf die Reihe zu bekommen.
Der Kunde sah sich in dem staubigen Laden um und entdeckte etwas, das aussah wie ein Sessel.
„Sie glauben doch wohl nicht, dass ich mich auf so etwas Verfilztes setze. Da kann ich mir ja gleich ein paar neue Kleider bei Madam Malkin machen lassen…“, sagte der Kunde kaum hörbar, doch Mr. Ollivander muss es vernommen haben, denn er war kurz nach dieser Aussage im Verkaufsraum. Seine wässrigen Augen glitzerten und seine Haare standen ihm zu Berge. „Anstrengender Vormittag?“, fragte der Kunde, doch Ollivander war nicht zu Scherzen aufgelegt.
„Sie möchten also einen Zauberstab kaufen?“, fragte er und hatte ein einfaches “JA“ erwartet. Stattdessen schien sich der Kunde über seine Frage lustig zu machen.
„Ähh, nein, ich bin hier, um eine Popcornmaschine zu erwerben…“, witzelte er und folgte mit seinem Blick dem ärgerlichen Zauberstabmacher, der jetzt beschloss, die Antwort des Kunden zu ignorieren und einfach das Verkaufsgespräch zu beginnen.
„Warten sie, ich glaube der hier…“, sagte Ollivander, während er nach einem Kistchen langte und ihr den Stab entnahm. Er reichte ihn dem Kunden und murmelte: “Könnte etwas für sie sein.“ Der Mann nahm den Stab und wedelte etwas damit herum, woraufhin einige der Stäbe durch die Luft flogen. „Das war es wohl nicht…“, kommentierte Ollivander den Misserfolg. „Versuchen wir den hier. Rosenholz mit Drachenherzfaser, 11 einviertel Zoll.“ Der Kunde Griff wieder zu. Dieses Mal passierte gar nichts. „Hmm, auch nicht. Dann vielleicht dieser hier. Buche, sehr hart, 13 zweiviertel Zoll mit Einhornhaar im Kern.“, schwärmte Ollivander. Wieder nahm der Mann den Stab und schwenkte ihn, womit er Schubladen zum Fliegen brachte und im Laden mächtig Staub aufgewirbelt wurde. „Sehr seltsam… Ich hätte wetten können, dass es der richtige für sie ist!“, meinte Ollivander jetzt mit einiger Bestürzung, während er sich kurz abwandte.
„Wir sollten es mal mit Sandelholz versuchen!“, empfahl der Kunde mit leichter Ironie in der Stimme.
Ollivander wiederholte fragend: „Sandelholz? Ich habe bisher nur einen Zauberstab aus...“. Er brach ab und drehte sich wieder um. Der Kunde hielt ihm jetzt mehrere Haarsträhnen entgegen.
„Du hast nachgelassen, alter Mann!“, sagte der Kunde, als Ollivander ihn ein wenig fassungslos anstarrte. „Jonathan!“, japste er schon fast.
„Gut, ich gebe zu! Es ist schon ein paar Jahre her, aber so schlecht kann deine Erinnerung nicht sein. Ich brauche dieses Mal zwei Stäbe!“, fügte Jonathan hinzu.
„Wieder mit den Haaren deiner Schwester, ja?“ Der Kunde nickte, als Ollivander ihm die Strähnen aus der Hand nahm, um ihn herumging und seinen Umhang zur Seite schob. „Wie ich sehe, hast du das ganze Arsenal mitgebracht. Rechnest mit Ärger?“, stellte Ollivander fragend fest.
„Es könnte welchen geben und ich brauche einen Zeitumkehrer für alle Fälle.“, sagte Jonathan, der sah, wie Ollivander daraufhin den Kopf schüttelte.
„Hat Potter im Ministerium alle kaputtgeschlagen!“, sagte er, griff in ein Schubfach, holte einen heraus und warf ihn Jonathan zu. Anschließend ging er zur Tür, drehte das Schild auf “Geschlossen“ und zog die Rollläden runter. „Gehen wir nach hinten! Es gibt sicher eine Menge zu erzählen, von Zuhause meine ich…“, sagte Ollivander nun interessierter und der fremde Zauberer hob die Augenbrauen.
„Von Zuhause? Du bist nicht zurückgekommen, als du gerufen wurdest. Was interessiert dich das noch? Sie hatten den Befehl für deine Liquidierung schon ausgegeben. Meine Schwester war schon auf dem Weg, als das Clanhaus sie auf mein Einwirken hin zurückgepfiffen hat.“, mahnte Jonathan, während er dem Zauberstabmacher in das Innere des Ladens folgte.
„Ich konnte nicht. Ich habe immer saubere und anständige Berichte geliefert, ganz so wie es mein Auftrag vorsah. Nur mit einem haben sie nicht gerechnet – ich im Übrigen auch nicht. Dass mir diese Zauberer ans Herz wachsen. Der Blick, den Kinder bekommen, wenn der Stab sie auswählt. So habe ich entschieden zu bleiben und alle Brücken abzubrechen.“, versuchte er sein Handeln zu rechtfertigen. “Außerdem kennen wir uns so lange, Jonathan, auch wenn unsere Aufträge uns nicht immer zusammenführen“, gab er an, “und wäre ich nicht hier, wer würde denn deinen Sandelholz-Stab jetzt fertigen?“, fragte er und Jonathan nickte. Im Anschluss fragte er ihn, wo er sein Fortbewegungsmittel gelassen habe. Ollivander wies giggelnd mit der Hand auf einen alten Besen an der Wand und fügte später hinzu, dass er es unter dem Haus vergraben hatte – vor sehr langer Zeit.
„Gibt es etwas, vor dem ich mich in Acht nehmen sollte?“, fragte Jonathan nun. Ollivander erzählte ihm von den drei unverzeihlichen Flüchen, dem Imperius, dem Cruciatus und dem Todesfluch Avada Kedavra. „Mit dem ersten solltest du leicht fertig werden. Ist so ähnlich wie unser zustoßen. Mit einer Mauer im Kopf lässt der sich gut blocken. Den Todesfluch kannst du eventuell wegschlagen, aber wenn er dich trifft, bist du Geschichte und deine Waffen fallen in die Hände des Feindes. Unangenehm könnte der Cruciatus werden, denn er stimuliert die Nervenenden mit Schmerz. Das hat schon ein paar mehr in Wahnsinn und Tod getrieben.“, führte Ollivander aus.
Jonathan strich mit dem Finger über die Staubschichten und sagte belustigt: „Hier könnte mal wieder saubergemacht werden!“
Ollivander wies ihn zurecht: „Lenk nicht ab! Wenn du draufgehst, bin ich der einzige, der deine Waffen retten muss, bevor die hier wirklich richtig Schaden anrichten können. Wenn die Dinger in die Hände der Todesser fallen, ist die Magische Welt Geschichte und die andere auch. Dass ich nicht wirklich in Form bin, ist sicher unnötig zu erwähnen.“, meinte Ollivander und grinste ein wenig, auch wenn ihm die Sache nicht geheuer war.
„Hey! Ich bin kein kleines Kind mehr und das ist bestimmt auch nicht mein erster Job dieser Art, also hör auf, mich belehren zu wollen, Ollivander!“, schnauzte Jonathan “Wir können ein wenig trainieren. Du schießt die Dinger auf mich ab und dann sehen wir, wie ich damit klarkomme.“, sagte er jetzt wieder versöhnlicher und Ollivander wies ihm einen Weg, der in die Tiefen unter den Laden führte. Anschließend fragte er ihn noch, ob er das jetzt wirklich ernst meinte, denn immerhin bestand auch die Möglichkeit, dass Jonathan es nicht bewerkstelligen konnte.
Als erstes bedachte ihn Ollivander mit dem Imperius-Fluch, den er wie beschrieben leicht abschütteln konnte. Im Anschluss kam der Cruciatus an die Reihe. Beim ersten Mal schlug er ihn mit einem kurzen Streich der blitzenden, blauen Klinge weg, wogegen er ihn danach hatte einmal treffen lassen. Jonathan stürzte schreiend zu Boden und wandte sich in fürchterlichen Schmerzen. Er war ein bisschen bestürzt, als Ollivander ausführte, dass dies normalerweise noch wesendlich schlimmer wäre, da diese Flüche von ihren Anwendern entsprechend gemeint waren. Als letztes kam der Todesfluch an die Reihe, aber schon wie den Cruciatus konnte er den grünen Blitz aus dem Zauberstab mit einem kurzen Streich abblocken und in eine Ecke lenken, wo dieser brutzelnd verdampfte.
Jonathans Blick fiel auf den kleinen, silbernen, zylindrischen Stab, der in der Ecke lag. Er fragte Ollivander, ob er ihn haben könnte und der alte Zauberstabmacher nickte nur und erwiderte, dass er ihn hier sowieso nicht mehr brauchen würde.
„Was machst du eigentlich hier?“, fragte Ollivander jetzt ein wenig verlegen. Jonathan griff in seinen Umhang und zog ein alt aussehendes Buch hervor, welches er auf die Bank legte.
Es trug den Titel J.El-S. - Zum Schutze der Beschützer.
„Die Sache mit den Büchern war eine unserer brillanteren Ideen. Königin Brianna wird es finden. So in 5000 oder 6000 Jahren.“
„Hat sie denn das nicht schon?“, fragte Ollivander.
„Wie man’s nimmt.“, erwiderte Jonathan vielschichtig, als er seinen Stab einsteckte und gefolgt von Ollivander wieder nach oben ging. „Wann, denkst du, hast du die beiden Stäbe fertig?“, wollte er wissen und bekam zur Antwort, dass er sie in zwei Tagen abholen könnte. „Fein, dann kann ich noch meinen Auftritt üben!“, bemerkte er. Ollivander rollte daraufhin mit den Augen. „Ja, ein wenig Theatralik muss sein, mein Freund! Außerdem haben wir vier erwartet und jetzt sind es nur zwei. Bei den anderen beiden werde ich wohl etwas nachhelfen müssen, was die Entwicklung angeht.“, sagte Jonathan abschließend.
An dieser Stelle hakte Ollivander noch einmal nach, weswegen Jonathan aufstöhnte und das Gesicht verzog, nachdem er von dem Zauberstabmacher die näheren Umstände erfahren hatte. Letztendlich zuckte er mit den Schultern. „Das ist Pech, da kann man nichts machen. So ist das mit der Zukunft. Sie ist eben immer in Bewegung. Auf dann, Ollivander!“, verabschiedete sich Jonathan und mit einem Wink seiner Hand gingen die Rollläden wieder auf.
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So 14 Okt, 2007 14:15 |
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Dirk
Administrator

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Hallöchen,
also ich hätte auch mal wieder eine Frage zwischendurch: Was ist diese Geschichte denn entstanden? Oder schreibst du sie derzeit noch?
P.S.: Eine wirklich tolle und spannende Geschichte...

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Mi 17 Okt, 2007 11:48 |
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John Xisor
Muggel

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Hi Dirk,
entstanden ist die Geschichte im Urlaub zwischen Januar und März d. J. also noch ein ganzes Stück vor DH.
10. Hingabe
Es war bereits spät in der Nacht als Harry erwachte. Er war für einige Augenblicke orientierungslos. Das strahlende Licht hatte sanfter Dunkelheit platz gemacht. Nichts erinnerte mehr an den Sturm, der noch vor ein paar Stunden in dem Gang tobte als ... als sie das Rätsel lösten und ... und Hermine die Macht in ihm entfesselte, die der dunkle Lord nicht kannte. Jetzt da es vorbei war, konnte er die Bruchstücke zusammensetzen. Warum war ihm das vorher nicht gelungen? Hermine war so zielstrebig darauf zugegangen, er hätte es wissen müssen. Hätte ahnen müssen, dass der Schlüssel so ganz nah vor ihm lag. Doch er hatte es immer wieder verdrängt und nicht wahr haben wollen. Jetzt war es zu spät. Zu spät? Doch wofür? Die Entscheidung war gefallen. Er hatte sie nicht getroffen. Oder doch? War am Ende der Weg das Ziel? Wer sagte, dass der eigentliche Weg nicht noch vor ihnen lag. Harry begann zu begreifen, Ginny und Ron hätten dabei sein sollen, dann es wäre richtig gewesen. Doch so? Er konnte nicht aufhören, konnte Hermine nicht stoppen, war unfähig zu denken, ließ sich leiten. Wohin? In einen Abgrund? Wo würde er aufschlagen, wenn er den Boden erreichte? War das wirklich alles? Und doch, es war nicht unangenehm; es war so, wie vor ein paar Tagen im Raum der Wünsche. Er hatte das Gefühl, alle Last falle von seinen Schultern ab. Konnte… konnte Hermine sie wirklich so einfach tragen? War am Ende es gar nicht er, sondern immer nur sie? Welche Rolle spielte sie? Würde sie noch eine Rolle spielen oder war dies ihre Aufgabe und war diese denn jetzt erfüllt? War sie genauso erwählt wie er? Waren nicht in Wirklichkeit alle vier erwählt? All jene, die dieses Schreiben bekommen hatten.
Nur langsam gewöhnten sich die Augen an die Dunkelheit. Hermine lag sanft in seine Arme gekuschelt. Er spürte ihren gleichmäßigen Atem auf seiner Brust, ihre warmem Wangen. Ihre Finger streichelten seinen Rücken, er schloss die Lider, lehnte den Kopf an die Wand und ließ es geschehen. Er konnte, nein er wollte, dass dieser Augenblick nie zu Ende ging. Wie oft hatte er diesen Gedanken aus seinem Kopf verbannt. Wie oft hatte er sich gesagt, dass das Band nur aus tiefer, ehrlicher Freundschaft zwischen ihnen bestand. Wie oft hatte er sich dabei ertappt, sie aus tiefstem Herzen zu begehren. Wie oft hatte er sich gefragt, ob sie ein ähnliches Empfinden hegte. Und wäre der Tag zu Ende gegangen, wie alle anderen, wäre es auch nur bei der Frage geblieben. Für Immer.
An einer kurzen, ruckartigen Bewegung erkannte sie, dass er erwacht war. Doch sie wollte nicht erwachen. Dieser Traum war so unendlich, schrecklich und schön zugleich. Er war nicht richtig, doch wehrte sich ihr Herz gegen ein Erwachen. Noch nicht. Es war noch zu früh. Sie konnte, nein sie wollte noch nicht zurück. Sie wollte ihn noch nicht gehen lassen. Für eine kleine Weile musste er noch ganz ihr allein gehören. Es würde nie wieder so sein. Nie wieder würde sie diesen einzig wunderschönen Augenblick mit Harry noch einmal erleben können. Es war total falsch und sie wusste es, doch es gab kein zurück. Der Preis, den Harry einst für den Sieg über den Dunklen Lord bezahlen musste, war hoch, doch hier? Sie hatte den Schlüssel in der Hand und den Mut es zu tun. Sie war es, die seine Macht in richtigen Augenblick zu entfesseln vermochte. Er konnte es nicht wissen. Er hatte alles beiseitegeschoben, um weitermachen zu können. Aber wie knüpft man an ein früheres Leben an, wenn nichts mehr davon da war? Wo beginnt man, wenn kein Anfang in Sicht ist? Wo hört man auf, wenn das Ziel nicht bekannt ist? War es so falsch? Sie konnte die Spuren lesen, die ihm verborgen blieben. Sie konnte ihn halten, wenn fiel. Leiten, wenn er die Richtung verlor. Ihre Gedanken flehten, er möge sie noch nicht loslassen, er möge sie noch einen weiteren Augenblick halten. Nur halten, nichts weiter. Sie wollte ihn an sich spüren, seine sanften Hände, den ruhigen Atem, die leise Bewegung, wenn er durch ihr Haar strich und seine Finger zärtlich über ihre Wangen glitten. Sie hatte Schuld. Ja, dass hatte sie eindeutig, doch es spielte keine Rolle mehr. Sie wusste es. Und doch genoss sie seine Nähe, jede seiner Berührungen auf ihrem Körper. Die Nähe, die sie fühlte, war so berauschend schön. Nie hätte sie es für möglich gehalten, dass Harry dazu ihr gegenüber fähig war. Lange Jahre beschlich sie immer mal wieder der Gedanke, dass es da mehr gab, als nur seine Freundschaft, doch die Gedanken daran drängte Hermine immer wieder in den Hintergrund. Bis heute. Heute war der Tag, an dem sie sich beide einander stellen mussten – unausweichlich. Sie schloss die Augen und streichelte mit den Fingern seinen Rücken und als sie merkte, wie er sich zurücklehnte, drückte sie ihn ein klein wenig fester an sich und konnte das Glück kaum fassen, als er sie gewähren ließ und es ganz sanft erwiderte. Bald war es zu Ende. Bald – doch nicht jetzt, nicht jetzt.
<Was>, durchzuckte es ihn und er hörte die Antwort direkt in seinem Kopf: <Nichts>
Er konnte sie hören, fühlen. Sie waren immer noch im Geist verbunden. Mehr, als beide es je für möglich gehalten hätten und als sich Stunden später ihre nassen Körper aus totaler Hingabe voneinander lösten, bewegten sich noch einmal ihre Lippen für einen leidenschaftlichen Kuss aufeinander zu. Ein letztes Mal spürten sie den Atem des anderen, genossen die Berührung ihrer Lippen und Hände. Als sie sich lösten, sah Harry in ihre wunderschönen, dunklen Augen, in denen er sich verloren hatte. Ja, verloren. Sie wandten sich beide gleichzeitig voneinander ab.
<Wir> Sie war immer noch da.
<Ja> Jetzt sah er sie wieder an. Er konnte fühlen, wie sie sich wehrte und sie fühlte den gleichen Kampf in ihm. Das Band musste reißen. Es musste. Jetzt! Sie bauten beide eine Mauer auf und kurz danach verstummten die Gefühle des jeweils anderen in ihren Köpfen. Es war grauenhaft.
„Und wenn wir einfach weglaufen? An einen Ort, wo uns niemand findet?“, fragte er jetzt.
„Du kannst nicht weglaufen, Harry und ich kann es auch nicht. Erinnere dich. Du bist bereits einmal in die Muggelwelt abgetaucht und zurückgekehrt. Nein…“, jetzt sah sie wieder an und Tränen liefen über ihr Gesicht “…wir können nicht weglaufen. Beide. Wir sind gebunden. Es geht nicht. Wir können unserem Schicksal nicht entfliehen!“, sagte sie.
„Und wenn es das noch nicht war? Wenn noch mehr Schmerzen warten?“, flüsterte er zitternd.
„Dann werden wir auch das schaffen. Harry, du bist wieder da und ich auch. Doch es ist anders. Es ist so rein. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Es streichelt mit sanften Flügeln, dem können wir nicht entfliehen – an keinen Ort. Weder in dieser noch in einer anderen Welt!“, ermahnte sie ihn und wusste das es sehr schwer war. Wie gern hätte sie dem nachgegeben und wäre mit ihm weggegangen, doch sie konnte nicht. Sie konnte sie doch nicht alle im Stich lassen.
„Ich weiß, Hermine! Wir können sie nicht im Stich lassen. Nicht jetzt. Nicht hier. Warum musst du immer so stark sein?“, fragte er sie und erwartete keine Antwort, doch er sollte eine bekommen.
„Weil du bei mir bist und immer sein wirst!“, antwortete sie. „Bis heute habe ich nicht im Entferntesten geglaubt, was du alles schon ertragen hast. Wir haben in unsere Seelen gesehen, Harry. Du hast uns Hoffnung gegeben, wenn alles verloren schien. Liebe, wenn wir uns einmal wieder stritten. Nähe, wenn wir allein waren. Zuneigung, wenn der andere Kummer hatte. Die Dunkelheit ist großzügig, geduldig und gewinnt immer. Doch im Herzen ihrer Stärke ist Schwäche. Eine einzelne Kerze ist genug, sie zurückzudrängen. Liebe ist mehr als das – Liebe kann Sterne entzünden!“, lächelte sie ihn an.
„Zwei Hermine. Von jetzt an zwei Lichter!“, sagte er und begann, seine Sachen zusammenzusuchen. Hin und wieder gab er ihr eines ihrer Kleidungstücke und küsste sie dabei immer wieder. Mal sanfter, mal härter. Sie knieten sich neben das verbrannte Buch und wischten die Asche beiseite. Bernardo würde bestimmt nicht erfreut sein, stellten sie fest und mussten bei dem Gedanken daran, unschätzbar wertvolles Museumseigentum zerstört zu haben, lachen wie kleine Kinder. Dann fiel ihr Blick auf das Fresko an der Wand.
„Sieh mal, da waren vorher vier zu sehen. Es hat sich verändert. Jetzt sind es nur noch zwei, die den Stab nach oben halten!“, sagte Harry und winkte sie zu sich.
„Quatsch! So was kann sich doch nicht ändern, oder doch?“ Jetzt, wo sie es sich näher betrachtete, kam es ihr auch irgendwie verändert vor. Doch schüttelte sie den Kopf und den Gedanken daran ab, dass sich ein steinernes, jahrhunderte altes Monument verändert haben könnte.
„Was sagen wir den anderen?“, holte er sie in die Realität zurück und musste feststellen, wie kaltblütig Hermine sein konnte, um das, was sie hier erlebt hatten, vor den Augen der Welt zu schützen. „Die Wahrheit selbstverständlich, ohne die Details natürlich. Das gilt auch für Ron und Ginny. Es muss weitergehen, Harry. Es muss. Wir werden am 1. September im Büro des Schulleiters sein, so wie in dem Brief gefordert ist und dann sehen wir, was sich ergibt. Auch Ginny und Ron. Viertelfinalspiel hin oder her. Er wird mitkommen!“, meinte sie und Harry sah streng zurück.
„Dafür kannst du nicht sorgen, du bist seine Frau. Wenn ich ihn hindere, am Viertelfinalspiel teilzunehmen, wir er mir das vielleicht eines Tages verzeihen, aber ich kann nicht zulassen, dass du noch mal alles aufs Spiel setzt!“, sagte er und wusste, sie würde ihn in dieser Sache gewähren lassen.
„Harry Potter. Immer zuerst in Sorge um die anderen. Vielleicht ist das der Grund, warum ich dich so sehr mag…“, wuschelte ihm Hermine durch sein Haar und bemerkte ein leichtes Zucken, als wenn er das schon einmal gehört hatte. Vor langer Zeit. Sie hakte sich jetzt bei ihm unter und reichte ihm ihren Zauberstab. „Versuchs!“
„ALOHOMORA!“, sagte er mit lauter Stimme und die Tür flog daraufhin mit einem Krachen aus den Angeln.
Sie nahm ihm mit einem Kopfschütteln den Stab weg und wandte gen Tür gerichtet ihren bekannte Reparo-Zauber an. „Du musst vorsichtig sein! Es ist jetzt ein wenig anders, es ist viel stärker. Und Harry… Niemand darf es wissen! Außer uns darf niemand wissen, dass Harry Potter wieder zurück ist!“, schloss sie und er nickte.
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Sa 20 Okt, 2007 12:36 |
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DIABLO
Zweitklässler

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Sehr spannende und interessante Geschichte. Schreibst du noch eine??????
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Fr 02 Nov, 2007 17:27 |
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John Xisor
Muggel

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Hallo DIABLO, danke aber die Geschichte ist noch nicht vorbei. LG John
11. Feuerblitz und andere Entdeckungen
Bernardo war am nächsten Tag für Hermines Begriffe erstaunlich gefasst, als er erfuhr, dass jener Band die Nacht nicht überstanden hatte. Nach ihrem Dafürhalten hatte Bernardo eine Ahnung, nachdem ihm sehr wohl die Veränderung im Fresko aufgefallen war. Sie beide hatten ihm die Gewissheit für seine Vermutungen geliefert. So waren sie nun schon zu fünft, die von dem Zusammenspiel unbekannter Mächte wussten, auch wenn es keiner von ihnen wirklich direkt Ansprach. Die Zeichen allein waren mehr als ausreichend, um festzustellen, was der andere vermutete: ein verändertes Steinfresko, ein verkohltes, antikes Buch und ein zerbrochener Zauberstab. Was allerdings wirklich vor sich ging und wohin die Reise nun führen würde, wurde selbstverständlich nicht diskutiert. Harry dachte nur noch daran, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen und zurück zu Ginny. Er erkannte, sie hatte Recht – wie immer. Ein Fortlaufen kam nicht in Frage. Zu keiner Zeit. Harry erinnerte Bernardo noch einmal an sein Angebot, doch auch ohne Absage war ihm klar, dass Bernardo sein Angebot nicht annehmen konnte und durfte. Nicht aus reiner Höflichkeit; es ging einfach nicht. Sein Platz war hier und Harrys in Hogwarts. Nachdem sie sich ausgiebig verabschiedet hatten, apparierte Hermine mit Harry am Arm berührend zurück: erst in seine Wohnung und nach einem stillen Winken des Abschieds zurück ins Ministerium.
Der Schreibtisch war nun brechend voll mit Akten und Hermine würde den ganzen Tag und vermutlich auch die halbe Nacht benötigen, um alles aufzuarbeiten. „Kann ich wirklich nicht einmal drei Tage wegbleiben, ohne dass hier alles aufläuft?“, fragte sie in Gedanken in den Raum. Sie nahm sich die nächsten Akten vor und schrieb immer einige Notizen an den Rand, bevor sie diese auf den Stapel „Erledigt“ oder „Wiedervorlage“ legte. Bei manchen zückte sie auch ihre schnelle Schreibefeder und diktierte dieser ihre Wünsche und Vorgaben, die später als Richtlinien für Madeleine dienen sollten. Gegen Abend schickte sie Ron ihren Patronus mit den Worten: „Es wird hier später. Ich bin tot.“
Zu der ganzen aufgelaufenen Arbeit kamen auch noch die Gedanken der letzten Tage. Was war passiert? Sie und Harry hatten sich geliebt. Sie hatte alles vergessen: Ron. Wer sie war. Ihren Stand. Ihre Freunde. Alles! Hatten sie sie alle verraten? Niemand würde es wissen. Keiner! Sie musste weitermachen wie bisher. Niemand würde es merken. Alles wird so sein wie es immer war. Ron würde spielen und sie ihren Job im Ministerium machen. Wie immer. Sie verdrängte alle Erinnerung daran und verbannte sie in eine hinterste Ecke ihres Geistes. „Nicht mehr daran denken… Nur nicht mehr daran denken!“, sagte sie leise zu sich selbst, während sie ihren Kopf erschöpft auf den Tisch sinken ließ.
Es sollte jedoch kein ruhiger Schlaf werden. In ihrem Traum waren Jahre vergangen, doch sie waren nicht allein. Ein kleines Mädchen tollte um ihre Beine und rief begeistert nach seiner Mama und Hermine selbst redete das Kind mit einem Namen an, der ihr seltsam fremd und doch vertraut vorkam. Kyrainne. Sie spielte mit ihr auf einer grünen Wiese „Zaubern“ und spürte nichts von dem Druck, der jetzt noch auf ihr lastete. Alles war so leicht. Hermine nahm die Kleine in den Arm und drückte sie an sich. Danach wuschelte sie durch ihre langen, roten Haare. Doch als Hermine in die Augen des kleinen Wesens sah, wachte sie schreiend auf und Ron saß neben ihr.
„Madeleine hat mich benachrichtigt, als sie bemerkte, dass du eingenickt bist. Das war vor vier Stunden…“, sagte er leise und strich über ihre Haare. „Du solltest dir weniger zumuten. Ich meine es ernst! Ich will dich nicht verlieren! Du sollst dich nicht noch mehr überarbeiten, als das Ministerium dir jetzt schon abverlangt. Das Pensum hält kein Mensch durch, auch du nicht!“, meinte er besorgt.
Ron nahm seinen Zauberstab zur Hand und schickte seinen Patronus zu Kingsley, der ihn darüber informierte, dass die Ministerin noch zwei oder drei Tage länger wegbleiben würde. King war ein verständnisvoller Mann, was das anging. Er hatte Hermine selbst öfter gewarnt, dass sie, wenn sie so weiter machen sollte, umkippen würde. Frau, Mutter, Freundin und Ministerin. Der Punkt, an dem auch sie sich eingestehen musste, dass sie Erholung brauchte, war nun da. Und dann waren da auch noch Harry und Padua. Das Geheimnis, welches sie gelüftet hatte und der Traum. Traum oder Vision? Eine Folge des Zusammentreffens mit den Sternenmagiern? Oder war sie einfach nur überarbeitet?
Sie ließ sich von Ron widerstandslos auf den Arm nehmen und er brachte sie nach Hause, um danach ein paar Sachen zusammenzuraffen und mit ihr ein paar Tage in “Urlaub“ zu fahren, auch wenn er sie nicht fragte. Ron hielt es für erforderlich. Aber wohin? Nach Frankreich zu Bill? Oder zu Charlie nach Rumänien? Beides war keine der besten Ideen, denn dort würde Hermine auch keine echte Ruhe finden, dachte er. Ron durchstöberte die Hausapotheke und fand den Trank für den traumlosen Schlaf. Er mixte ihr ein kleines Glas davon an und gab es ihr zu trinken. Sie hatte dem nicht mehr viel entgegenbringen als ein schwaches „danke“, um anschließend sofort einzuschlafen.
Jetzt lief Ron zu Höchstform auf. Wohin könnten sie reisen, um sich zu erholen, war die bange Frage. Jeder würde sie kennen und vor allem erkennen. Außer… natürlich! Das war es! In der Muggelwelt würde sie niemand erkennen und so hetzte Ron die ganze restliche Nacht von der Zaubererwelt in die Muggelwelt und zurück. Immerhin war Ron nicht gerade der Experte, was Muggel-Angelegenheiten betraf. Doch der Apfel fiel nicht weit vom Stamm. So stelle er sich nicht ganz so ungeschickt an, wie manch anderer Zauberer, der zum ersten Mal in der Welt der nichtmagischen Menschen unterwegs war. Er mietete einen kleinen Bungalow an Südspitze von Ischia. Die kleine Insel schien alle Voraussetzungen zu erfüllen. Sie war abseits gelegen und wurde fast nur von älteren Touristen besucht. Der Ort war berühmt für seine Thermalbäder, aber am wichtigsten war, dass jetzt gerade keine Saison war. Er ließ sich haarklein beschreiben, wo sich genau die Insel und die Behausung befand, um ohne nennenswerte Schwierigkeiten dorthin apparieren zu können, was ihm auch fast gelang. Das Gepäck hatte er verkleinert und in die Hosentasche gesteckt. Er landete mit ihr in der Besenkammer und dachte, dass es auch hätte schlimmer kommen können. Und es kam schlimmer... Sie waren nicht in ihrem Haus, sondern in einem danebengelegenen gelandet. Zum Glück hatte keiner den Krach bemerkt, als er mit ihr auf dem Arm das Putzmittel durch die Kammer warf. Der Bungalow stand offensichtlich leer, was Ron einen kleinen, erleichterten Seufzer entlockte. Er verschwand mit ihr durch eine offene Hintertür. Warum sie geöffnet war, daran verschwendete er keinen Gedanken. Stattdessen trug er sie jetzt zu dem Danebengelegenen und war sichtlich erleichtert, dass der Schlüssel passte. Ron legte Hermine auf das Bett im Schlafzimmer und deckte sie mit einem dünnen Laken zu. Es war eine laue Sommernacht und man hörte das Meer rauschen. Er ging zum Kühlschrank, nahm eine Flasche Saft heraus und verzichtete auf ein Glas. Anschließend nahm er auf der Veranda Platz und döste ein.
Als Hermine spät am Morgen erwachte, benötigte sie einem Moment, um sich an die Umgebung zu gewöhnen. Er hatte sie entführt. Ja, Ron hatte sie wirklich entführt. Sie fand ihn dösend auf der Veranda, setzte sich neben ihn und lehnte sich an seine Schulter. „Soll ich Frühstück machen?“, fragte sie und bekam sofort einen strafenden Blick.
„Du machst hier gar nichts… Außer ausruhen!“, sagte er leise, aber bestimmt, bevor er aufstand und in die Küche ging, um ein Frühstück für beide auf ein Tablett zu zaubern. Er stellte noch eine kleine Vase mit einer roten Rose drauf und kehrte damit zu ihr zurück.
Sie lächelte ihn aus verträumten, feuchten Augen an. Er liebte diesen Blick und sie mehr als alles andere auf der Welt. ’Ron Weasley! Ich liebe Dich!’
„Ich dich auch. Deshalb musste ich auch handeln.“
„Was? Ich hab nichts gesagt!“, meinte sie plötzlich.
„Doch natürlich“, beharrte er. “Du hast gesagt…“ Er unterbrach für einen Moment, bevor er neu begann: “Du sagtest ’Ron Weasley. Ich liebe dich.’ Ich hab es doch ganz genau gehört.“
Sie schüttelte mit dem Kopf und meinte: „ Nein, ich hab nichts gesagt ich habe es“, der Mund blieb ihr offen, bevor sie ihren Satz beendete, “gedacht!“ Sie runzelte die Stirn. „Du hast meine Stimme in deinem Kopf gehört?“, fragte Hermine und er nickte.
Ron bemerkte schon wieder, wie sich ihre Gedanken überschlugen, weswegen er forderte: „Nein, das kannst du vergessen! Jetzt wird nicht darüber nachgedacht, warum das so war. Darüber reden wir später, nicht hier. Nicht jetzt! Hier sind nur wir. Wir!“ Und bevor sie protestieren konnte verschloss er ihre Lippen mit einem Kuss, nahm sie auf den Arm und verschwand nach im Bungalow.
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Nachdem Hermine Harry nachhause gebracht hatte, war er einfach auf das Bett gefallen und eingeschlafen. Er hatte es nicht einmal mehr ins Bad geschafft und ans Ausziehen war ebenfalls nicht mehr zu denken. Harry, der sonst bis auf die üblichen Alpträume, das ganze Gewimmer und Gestöhne, welche der bewegten Vergangenheit anzulasten waren, relativ ruhig schlief, ließ jetzt vermuten, dass er ein ganzes Sägewerk betrieb. Als Ginny von ihrem Dienst im Krankenhaus nachhause kam, traute sie ihren Ohren nicht. Sie hütete sich davor, ihn aufzuwecken. Was immer der Grund für diese unglaubliche Schlafattacke war – sie schien ihm mehr als gut zu tun. Es schien Jahre her zu sein, ihn einmal so selig schlafen zu sehen. Aus Hermines Büro bekam sie auf Nachfrage von King die Nachricht, dass ihre Freundin nicht erreichbar war, nachdem diese an ihrem Schreibtisch zusammengebrochen war. Es beschlich sie die bange Frage, was in Padua passiert war.
Während Hermine zusammengebrochen war, schlief Harry offensichtlich den Schlaf der Gerechten. An diesem Abend sollte sie ihn nicht mehr wach zu Gesicht bekommen. Er schlief bis in die Nachmittagsstunden des folgenden Tages hinein. Er leistete gute 36 Stunden Matratzen-Horchdienst am Stück. Nur ab und zu erwachte er, ging ins Bad, erfrischte sich kurz, um danach wieder einzuschlafen. Als Ginny an diesem Tag nachhause kam, war er gerade erwacht und auf dem Weg ins Bad.
„Meinst du, dass wir heute Abend meine Eltern besuchen können?“, fragte sie ihn durch die Tür und bekam nur ein Grunzen zu Antwort, welches sie als Absage wertete. Harry öffnete die Tür, schlurfte mit trägen Augenliedern an ihr vorbei und legte sich wieder ins Bett.
„Bin müde... Muss noch ein wenig schlafen. Bitte…“ Das letzte Wort konnte sie kaum noch hören, so leise kam es über seine Lippen und dann war er auch schon wieder eingeschlafen. Jetzt begann sich Ginny echte Sorgen zu machen. Hermine war immer noch nicht erreichbar und Harry schlief einen weiteren Tag und eine weitere Nacht.
Als er am Morgen des vierten Tages erwachte, lag Ginny auf seiner Brust und hatte sich eng an ihn gekuschelt. Er atmete ihren Duft ein und liebkoste ihre nackte Schulter, bis sie sich langsam regte und ihm in die Augen sah. „Alles in Ordnung, Schatz?“, fragte sie leicht irritiert und Harry nickte. Sein Blick war nun nicht mehr getrübt, wie in den Tagen und Nächten zuvor. Seine Augen leuchteten klar und strahlend grün. ’Ich liebe Dich, Harry!’, dachte sie.
„Ich weiß und ich bin froh, dass du bei mir bist!“, sagte er und küsste sie auf den Mund.
„Ich hab doch gar nichts gesagt…“, sagte sie irritiert.
Aber er beharrte auf dem Gegenteil und bestand darauf: “Doch, natürlich! Ich habe es doch ganz genau gehört. Du hast gesagt: ’Ich liebe dich, Harry’“.
Ginny schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich hab es gedacht!“ Sie rutschte ein wenig näher zu ihm heran. „Harry was ist in Padua passiert?“, fragte sie nun gerade heraus.
Das durfte er ihr nicht sagen und so nahm er Ginny in die Arme und flüsterte: “Etwas Wundervolles! ACCIO FEUERBLITZ!“
Es gab ein Krachen und Scheppern aus dem Keller, als der Besen sich aus seinen Fesseln löste und in seine Hand flog.
„Es war voller Sterne!“, flüsterte Harry verzückt.
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Sa 17 Nov, 2007 12:17 |
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John Xisor
Muggel

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12. Entscheidungen
Im Ministerium ging es bereits drunter und drüber. Fast eine Woche war nun schon vergangen und noch immer gab es keine Spur von Hermine und auch nicht von Ron. Sein Trainer hatte bereits den Ersatzmann für die nächsten Spiele eingeplant, als Ron zweimal hintereinander nicht zum Training erschien und zudem nicht einmal erreichbar war. Kingsley und Madeleine hatten alle Hände voll zu tun, die lästige Presse von dem Fall wegzuhalten, denn der Tagesprophet hatte in seiner Sonntagsausgabe bereits getitelt:
„Hermine Weasley spurlos verschwunden. Wo ist die Zaubereiministerin? Alles über das aufregende Leben der Hermine Weasley. Vom Schlammblutkind an die Spitze der Zaubererwelt. Lesen alles darüber auf den Seiten 3 bis 10. Außerdem: Interviews mit alten Schulkameraden auf den Seiten 11 bis 13. Exklusiv von Rita Kimmkorn“
Kingsley ließ die Zeitung sinken und blickte hoffnungsvoll zu Madeleine hinüber, doch diese schüttelte den Kopf. Noch immer keine Spur von Hermine oder Ron. Er musste eine Entscheidung fällen, ob sie bequem war oder nicht.
„Also gut. Wir warten noch bis zum Ende der nächsten Woche, dann müssen wir die Karten auf den Tisch legen und im Gamot über das spurlose Verschwinden von Hermine Weasley berichten. Ich freu mich schon darauf, in der Presse zerrissen zu werden…“, sagte er zu Madeleine, der der Mund offen stand.
„Bis Ende nächster Woche? Soll das ein Witz sein? Wir wissen ja jetzt schon nicht mehr, was wir den Presseleuten erzählen sollen“, schnaufte Madeleine.
„Ja, ja, ich weiß. Ich kann Ihre Bedenken gut verstehen, Madeleine, aber wir sind ihr das schuldig. Schon vergessen? Wir sind die Krieger des Lichts. Wollen Sie ihr das so danken?“, fragte er, woraufhin Madeleine den Kopf schüttelte.
„Geben Sie ein Communique mit folgendem Inhalt raus:
Die Zaubereiministerin ließ verlauten, dass sie wegen dringender, privater Angelegenheiten zurzeit nicht abkömmlich ist.
Kingsley Shacklebolt,
Stellvertretender Zaubereiminister“
Er wusste, dass es das Ende seiner Karriere bedeuten würde, wenn sie nicht bald wieder auftauchen sollte, aber er tat es dennoch.
Am Montag lautete die Schlagzeile im Tagespropheten:
„Ministerin gönnt sich Auszeit auf Kosten der Zaubererwelt. Lesen Sie alles über…“
Kingsley warf die Zeitung mit einer abwertenden Handbewegung in den Mülleimer. Das Prinzip Hoffnung war alles, was noch blieb.
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Ron hatte die sonst so pflichtbewusste Hermine dazu überreden können, aus den paar Tagen eine gute Woche zu machen. Sie hatte es zu seiner echten Verwunderung auch wirklich getan. Sie blieben einfach auf der Insel und machten Urlaub, obgleich es zum Teil auch ein wenig anstrengend war, denn Hermine fand noch ein paar andere Dinge über sich heraus. So war sie zum Teil mit Ron verbunden und zum Teil nahm sie auch andere Stimmen war. Als sie einmal schwimmen war, konnte Ron sie nur mit großer Mühe davon abhalten, in die Tiefe zu tauchen, weil dort unten etwas nach ihr rief. Auch hatte ihr Appetit ungewöhnlich zugenommen, wobei es ziemlich egal war, was sie in sich hineinstopfte. Hauptsächlich Süßes, aber auch anderes, was sie vorher verschmähte, sollte sie jetzt sehr lecker finden. Ron kam das Ganze etwas komisch vor und er witzelte schon, dass sie vielleicht schwanger wäre. Das jedoch wies sie kategorisch von sich, da sie immer den Trank genommen hatte, den ihr der Arzt verschrieben hatte, um vor unangenehmen Überraschungen sicher zu sein.
„Willst du zurück? Wir können aber auch die Kinder herholen und bleiben. Ich meine, für immer…“, sagte sie und Ron kippte fast aus den Latschen, als die Worte über ihre Lippen kamen.
„Mine! Willst du wirklich, dass unsere Kinder auf so eine Muggelschule gehen?“ Er bekam feuchte Hände, denn an ihrem Tonfall bemerkte er, dass sie das wirklich ernst meinte. „Selbst Harry hat es nicht ausgehalten und ist zurückgekommen und das, obwohl er nicht mehr zaubern konnte!“, meinte er und hatte keine Ahnung, was der Satz in Wirklichkeit anrichtete. Das war es! Sie wollte weg von Harry. Ihn nicht mehr sehen müssen. Sie konnte und wollte dafür alles riskieren und aufgeben. Nur Ron war da anderer Meinung.
„Was hast du? Sag nichts gegen Muggelschulen. Ich habe auch mal eine besucht. Und ist aus mir vielleicht nichts geworden?“, fragte sie nun.
„Hermine! Ich bitte dich. Wenn es dir wirklich ernst ist, bleiben wir hier, aber nicht, bevor du mir zugehört hast. Verstanden?“, bat Ron. Sie nickte und wusste, wenn Ron wirklich loslegte, hatte auch sie, obwohl sie ihm meist überlegen war, nicht die Spur einer Chance. „Mine, ich liebe dich und möchte, dass wir glücklich sind. Der Sport ist nicht alles. Es würde auch ohne Quidditch gehen, aber hier kann ich auch unseren Kindern nicht beibringen, wie man einen Besen fliegt, geschweige denn erklären, was ein Quidditch-Turnier ist. Sie würden ohne Zauberei aufwachsen und sie sind schon fünf. Wie willst du das erklären? Mama muss jetzt weglaufen? Wovor eigentlich? Vor sich selbst? Tritt ein wenig kürzer, Mine. Das sollte möglich sein. Du hast doch ein gutes Team aufgebaut mit King und dir an der Spitze. Du kannst ihm doch vertrauen und sie vertrauen dir auch. Wie nennst du sie immer? ’Meine Krieger des Lichts!’. Willst du deine Krieger des Lichts jetzt wirklich allein lassen? Was wird passieren, wenn du einfach so gehst?“, sagte er, aber Hermine schüttelte den Kopf. Ron und seine Totschlagargumente. Natürlich hatte er Recht.
„Wir können nicht oder?“, sagte sie matt.
„Nein, es geht nicht. Aber eines geht: wenn wir zurückgehen, werde ich am 1. September für England im Viertelfinale spielen“, sagte er entschlossen und nahm sie in den Arm, als sie zu weinen begann.
„Ist gut. Ich weiß.... Was ist mit deinem Bauch?“, fragte er mit gespieltem Lachen und sie musste plötzlich mitlachen.
„Ich werd nicht versuchen, dich umzustimmen. Ich weiß, was dir das bedeutet. Meinen Segen hast du!“, sagte sie und er fügte in Gedanken hinzu: ’Aber einer wird’s versuchen.’
„Wenn Harry das macht, wird er mich kennen lernen!“, sagte Ron laut und Hermine merkte wieder, dass die in seinem Kopf gewesen war, als sie es gedacht hatte. Sie musste unbedingt lernen, das abzustellen und zwar ganz schnell.
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Ginny stieß einen spitzen, kurzen Schrei aus, bevor sie ihm in die Arme fiel und sagte: „Oh, Harry!“ Doch er schob sie weg und sah ihr in die Augen.
“Niemand darf es wissen, Ginny. Niemand! Es muss alles so weiter gehen wie es war: ich kann nicht mehr zaubern und aus. Alles andere wäre sehr gefährlich für uns. In erster Linie für den Jungen und für dich!“ Er spielt jetzt auf die unheimliche Begegnung bei Flourish & Blotts an und sie wusste natürlich, dass er damit Recht hatte. Auf die Nachfrage hin, ob Hermine wieder aufgetaucht sei, schüttelte sie den Kopf. Er verfluchte sich schon ein bisschen für seine verdammte Vorsicht. Es war zu riskant. Er konnte und durfte nicht eingreifen, denn wenn die Deckung am Ende aufflog, konnte sonst was dabei herauskommen. Nein. Sie mussten so klarkommen. Sie würde schon wieder auftauchen. Er fingerte nach seinem persönlichen Portschlüssel, der ihn nach Hogwarts brachte. Harry entschied, dass es das Beste war, wenn er sich jetzt selbst um seine Angelegenheiten kümmern würde, die er solange seiner alten Hauslehrerin überlassen hatte.
„Kommst du am 1. September mit, wenn wir das Rätsel lösen?“, fragte er und sie nickte zustimmend. „Fein, dann müssen wir jetzt nur noch deinen Bruder überzeugen, wenn er denn wieder greifbar ist!“, meinte er und sah wie Ginny den Kopf schüttelte.
„Harry, Ron ist seit zwanzig Jahren dein bester Freund und mein Bruder. Zerstör das nicht, ja? Ich bitte dich!“, sagte sie mit einem mahnenden Unterton in der Stimme. Sie kannte Harry und wusste um seinen Dickkopf. Und sie wusste auch, dass und vor allem wie er in der Lage war, erwähnten Dickkopf gegen so manchen Widerstand durchzusetzen. Trotz seiner verbrieften Leistungen war der verdammte Dickkopf an vielem Schuld, was hätte vielleicht vermieden werden können. Harry tat nichts, weder zustimmend noch ablehnend. Ginny verabschiedete sich und begab sich ins Krankenhaus, während Harry den Portschlüssel nach Hogwarts nahm. Das neue Schuljahr war bereits gefährlich nahe und er bedauerte es, McGonagall solange allein gelassen zu haben.
Als er ankam, landete er in der Haupthalle, in die man ja eigentlich nicht hinein apparieren konnte. Er hatte vom Ministerium den Portschlüssel erhalten, mit dem er von seiner Wohnung direkt herkommen und zurückgehen konnte. Und wenn er den mal vergaß, konnte er immer noch das Flohnetzwerk nutzen; selbst als halber Muggel.
Auf dem Weg in das Büro des Schulleiters kam ihm bereits auf halbem Wege Professor McGonagall entgegen. „Harry, endlich… Ich dachte schon, Sie würden gar nicht mehr zurückfinden. Ist alles in Ordnung?“, fragte seine alte Hauslehrerin, als er nicht sofort reagiert.
„Ja, ja, durchaus alles bestens!“, sagte er.
Er hatte in keinem Fall vor, ihr zu berichten, was vorgefallen war, nur das Notwendigste. Sie begleitete ihn in die Grosse Halle, in welcher in diesem Augenblick das Frühstück hochgefahren wurde. Harry setzte sich an seinen Stammplatz, während Minerva neben ihm Platz nahm. Er erkundigte sich nach den Vorbereitungen und war zufrieden, dass sie bereits alles geregelt hatte.
„Da könnte ich ja glatt wieder verschwinden!“, sagte er scherzend. Minerva lachte herzlich, aber Harry erklärte daraufhin: “Nein, im Ernst! Ich hätte da noch einige Dinge zu erledigen. Wenn Sie also noch nicht genug haben, können Sie gern noch etwas bleiben.“ Minerva stimmte erfreut zu. Sie redeten noch etwas über die vergangenen Wochen und Harry begleitete sie im Anschluss in das Büro des Schulleiters.
„Hier sind ein paar Dinge, die ich Sie bitten muss, selbst zu erledigen. Ich kann vielleicht das Haus für Sie leiten, doch den Papierkram kann ich nicht auch erledigen!“, gab sie zu bedenken und ließ Harry jetzt wieder in seinem Büro allein.
Er dämpfte das Licht, ging um den Schreibtisch herum und besah sich die Bilder an der Wand. Wie immer schien Dumbledore zu schlafen, doch als er sich hinter seinen Schreibtisch setzte, beschlich ihn immer stärker das Gefühl, beobachtet zu werden. Er spürte an seinem Hinterkopf, wie ihm die Augen des Bildes bei jeder seiner Bewegungen zu folgen schienen. Und wenn er sich dem Bild zuwandte, schien es unverändert. Die Muggel nennen so etwas Paranoia, rief er sich in sein Gedächtnis und begann zu arbeiten.
Die nächsten vierzehn Tage gingen bis auf den Umstand, dass Hermine und Ron verschwunden blieben, relativ ereignislos ins Land. Minerva kümmerte sich um die Klassen und er erledigte die aufgelaufene Bürokratie. Es waren nun nur noch ein paar Tage bis zum Schulanfang und er bereitete seinen Notfallplan für Ron vor, falls dieser sich nicht überreden lassen sollte, sich am 1. September hier einzufinden, wovon Harry ausging. Harry nahm ein Pergament zur Hand und schrieb dem Trainer, dass er auf Ron in dieser Angelegenheit auf keinen Fall verzichten konnte. Er wusste, dass man ihm die Bitte nicht abschlagen würde. Harry Potter hatte nach seinem Sieg über den Dunklen Lord keine Schmeicheleien, was seine Person anging, zugelassen. So würde man, wenn der Schulleiter von Hogwarts bat, auch nicht nein sagen; nicht nein sagen können.
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An diesem Abend sah Harry aus dem Fenster des Astronomieturms herüber zum verbotenen Wald, der durch den Sonnenuntergang in ein rotbläulich schimmerndes Licht getaucht war. Er schloss die Augen und ließ seine Gedanken schweifen. Bald erblickte er vor seinem geistigen Auge eine Herde von Zentauren, die ihres Weges zogen, bis etwas ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte.
Anfangs war es nur ein Schimmer, doch je näher sie der Quelle kamen desto gleißender wurde das Licht. Mangorian brachte seine Herde zum Halten und schritt langsam, aber voller Anmut, auf die Lichtquelle zu.
„Seit ihr nun doch zurückgekehrt?“, fragte er mit fester Stimme und hob den Kopf.
„Ja!“, antwortete die Lichtgestalt. “Es ist Zeit.“
„Aber sie sind nur Menschen…“, fügte der Zentaur hinzu.
„Und ihr wart nur Pferde!“, sprach es sanft aus dem Licht.
Er scharrte wild mit den Hufen und warf zornig den Kopf in Luft, als er einen Schrei ausstieß, doch das Licht reagierte nicht. Es sprach einfach weiter, als ob nichts gewesen wäre.
„Vielleicht haben wir uns zu wichtig genommen“, sagte Mangorian ein wenig einsichtig.
„Vielleicht…“, gab das Licht zurück.
Professor Snapes Stimme sollte ihn wieder in die Realität zurückbringen. Dieser störte ihn natürlich zu gern in einem stillen Moment. Obgleich die beiden Männer in der Vergangenheit ihren Frieden miteinander gemacht hatten, riss die alte Spannung nie ab. Dazu waren sie zu lange verfeindet, um sich jetzt plötzlich freundschaftlich in den Armen liegen zu können. Es gab Dinge, die konnten einfach nicht ungeschehen gemacht werden. Sein Verhältnis zu dem Zaubertrankbrauer hatte sich auf ein Normalmaß reduziert. Man ging einigermaßen freundlich und sachlich miteinander um, aber ansonsten sich auch gern aus dem Weg. Harry hätte um nichts in der Welt mit ihm tauschen wollen. Zum Glück stellte sich heraus, dass er nur seinen Stundenplan für das kommende Jahr mit ihm abstimmen wollte. Harry machte hier und da seine Notizen zu dem Stoff, den Snape in den einzelnen Klassen in diesem Jahr lehren wollte und ließ ihn danach seiner Wege gehen. Ein wenig später schickte Harry den Brief an Rons Trainer mit Hedwig ab, ohne zuvor den Versuch zu unternehmen, erst mit seinem Freund zu reden.
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Kingsley Shacklebolt blieb keine andere Wahl mehr: er musste das Zauberer-Gamot über das spurlose Verschwinden von Hermine Weasley informieren und die Konsequenzen für sein Handeln tragen. Das bedeutete in seinem Fall den sofortigen Rücktritt. Sicher würde er sich auch zur Wahl stellen, konnte sich aber kaum noch Chancen ausrechnen, weil man ihm ganz sicher sein Handeln im vorliegenden Fall ankreiden würde. Er fragte sich schon, wer denn der nächste Zaubereiminister werden würde. Im ungünstigsten Fall holten die Eisenschädel Scrimgeour zurück, obgleich der vermutlich schon zu alt war. Andererseits, überlegte Shacklebolt, dachte Scrimgeour bestimmt daran, sich so an Hermine im nachhinein noch für die Schmach, die sie ihm angetan hatte, rächen zu können, als das Muggelkind damals seinen Posten übernommen hatte.
Hermine betrat die Halle und stürmte schnellen Schrittes, ohne auf die verwunderten Blicke zu achten, in ihr Büro.
„Gerade noch rechtzeitig, was King? Gehen wir!“, sagte sie atemlos.
Perplex starrte Kingsley sie mit offenem Mund an, als er sie erblickte, aber er folgte ihr wortlos. Nach einer guten halben Stunde im Zauberer-Gamot war der Spuk vorbei. Hermine schlug mit Worten hart wie Stahl und war danach immer noch Zaubereiministerin. Erst später am Tag, als sie die Ereignisse noch einmal Revue passieren ließ, bemerkte sie, dass da noch etwas anderes war. Am Ende schien keiner mehr seine Gegenargumente vorbringen zu wollen. Das machte ihr irgendwie Angst. Hatten nur ihre Worte die Anwesenden überzeugt oder war es ihr gelungen, den Anwesenden ihren Willen aufzuzwingen? Eine Frage, die sie im Augenblick in einem Hinterstübchen vergrub. Sie dankte Kingsley und Madeleine für deren Loyalität. Im Anschluss gab das Ministerium eine Reihe von Stellenangeboten raus, die alle das Ziel hatten, die Ministerin zu entlasten und ihr den Rücken frei zu halten.
„Ich habe dich gewarnt und dir gesagt, dass so etwas früher oder später passieren würde, aber du wolltest ja nicht auf mich hören!“, tadelte King sie jetzt und er wusste, dass er der einzige neben Ron und vielleicht Harry war, von dem sie sich das gefallen ließ.
Tex hatte man die undankbare Aufgabe aufgebürdet, Ron klarzumachen, dass er am 1. September das Viertelfinalspiel nicht bestreiten würde. Sie erklärten es mit seiner spontanen Abwesenheit, ließen aber durchblicken, dass es von einer nicht näher bezeichneten, höheren Stelle gewünscht wurde. Für diesen Tag war er raus aus dem Team.
Als Harry an diesem Abend nachhause kam, wartete Ginny schon mit saurer Mine auf ihn. „Das hätte ich nicht von dir gedacht, dass du so weit gehst!“, sagte sie vorwurfsvoll. Harry spürte ohne Vorwarnung, dass seine Wange heiß wurde, als würde sie zu glühen beginnen.
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Hermine kam heute schon um halb sieben nachhause, doch auch heute war Ron bereits da und wartete wie gewohnt auf seine Frau. „Und ich dachte, ich komme früher und könnte dich mal mit einem Essen überraschen“, scherzte sie und merkte auch gleich, dass etwas nicht stimmte, da er nur eine knurrende Antwort gab.
„Sie haben mir gesagt, dass ich am ersten nicht spielen werde“, antwortete Ron, dem der Zorn in seiner Stimme anzuhören war. Er zischelte wütend: “Und ich weiß auch, wem ich das wahrscheinlich zu verdanken habe.“
Er wusste, dass nur Harry so etwas versuchen könnte, dachte aber nicht im Traum daran, dass er das wirklich in die Tat umsetzen würde, ohne mit ihm darüber vorher zu reden. Hermine war jetzt hinter ihn getreten, massierte seinen Nacken und fühlte, wie sich Ron unter ihren Händen langsam entspannte.
„Offen gestanden, Schatz, denke ich, dass es der einzige Weg war, dich dahin zu bekommen und du weißt auch, was ihm das bedeutet. Die ganze Sache galt uns vieren und nicht nur einem Teil von uns!“, versuchte Hermine zu erklären.
„Du nimmst ihn echt noch in Schutz? Gibt’s denn das?“, meckerte Ron.
Mit einer abwinkenden Handbewegung und einem Grunzlaut ließ er das Thema sein. Als sie spürte, dass er sich entspannte, glitt sie um den Sessel herum, setzte sich auf seine Schoß und schlang die Arme um Rons Hals, bevor sie ihn sanft küsste. Dann noch einmal. „Besser jetzt?“, fragte sie leise und knabberte an seinem Ohr. Dann flüsterte sie hinein: „Ich hab zwar keine Ahnung, wie das ging, aber ich bin wieder schwanger.“
13. A kind of magic
Die letzten Tage bis zum ersten September vergingen wie im Flug. Wie versprochen trat Hermine nun etwas kürzer. Ron war von der Nachricht ihrer Schwangerschaft im ersten Moment etwas geschockt, aber nach den Widrigkeiten der letzten Tage war das die erfreulichste aller Nachrichten, die er erhalten hatte.
„Hat sich deine Schwester wieder beruhigt?“, fragte sie jetzt.
„Ich denke schon. Sie hat ihm eine runtergehauen und ist für drei Tage in den Fuchsbau verschwunden, bis er reumütig angekrochen kam. Mum hat gesagt, sie hätte Ginny noch nie so erlebt. Sie sei wohl richtig Schlitten mit ihm gefahren. Und ich werd’ ihm dazu auch noch meine Meinung sagen. Selbst wenn ich ihn verstehen kann, hat er nicht das Recht, sich derart in mein Leben einzumischen. Punkt, aus!“, sagte er und Hermine hob abwehrend die Hände, als wollte sie sagen „Hab ich es dir nicht gesagt, dass er was versuchen würde?“
„Na ja, auf jeden Fall werden wir dann mal ein paar Tage Urlaub in Hogwarts einplanen, was? Und wir nehmen einen Portschlüssel! Apparieren ist ja in deinem Zustand nicht mehr…“, fügte Ron verstummend hinzu und Mine sagte, dass es erst ein paar Tage her war, als sie den Test gemacht hatte. Doch Ron blieb dabei. Apparieren wollte er vermeiden und sie gab sich geschlagen. „Ich werde ein bisschen ausrasten und beruhige mich, wenn du auf mich einredest, frei nach guter Zauberer – böser Zauberer“, zwinkerte er ihr jetzt zu.
„Hast du eigentlich die Spur einer Ahnung, was du mir angetan hast?“, brüllte Ron Harry an, während er ihm schimpfend hinterher stolperte. “ES WAR DAS VIERTELFINALE, HAST DU GEHÖRT? DAS VIERTELFINALE! ICH BRING DICH UM!“
„Ron bitte…“, versuchte Hermine ihn zu beruhigen, aber während sie auf ihn einredete, rastete er nur noch mehr aus. Nachdem er es für wahrscheinlich hielt, dass Ron auf stur schalten würde, hatte Harry sich über seinen Kopf hinweg mit dessen Trainer in Verbindung gesetzt, von einer Geschichte um Leben und Tod erzählt und dass er Ron unbedingt dabei brauchen würde. Harry wusste, dass man seine Bitte nicht abschlagen würde. Er selbst hatte sich nach seinem Sieg über Voldemort aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und war später dem Ruf von Minerva McGonagall nach Hogwarts gefolgt. Er hatte sich bereiterklärt, das Fach Muggelkunde zu unterrichten – und als die greise Leiterin spürte, dass ihre Zeit gekommen war, schlug sie dem Ministerium vor, Potter als neuen Schulleiter von Hogwarts einzusetzen. Man sträubte sich anfangs ein wenig dagegen, weil er mit seinen knapp über 30 noch so jung an Jahren war, erkannte ihm aber Aufgrund seiner Verdienste den Posten zu, schlussendlich weil man auch neue Maßstäbe setzen wollte. Später dann, als Hermine Zaubereiministerin geworden war, konnte er einige Neuerungen durchsetzen, die unter dem immer weiter vergreisenden Schulrat nicht machbar gewesen wären.
„Ich kann dich doch verstehen Ron, aber schau mal: du warst mit England drei Mal Weltmeister, drei Mal, Ron! Und sie werden dich bestimmt nicht umbringen.“ Dann wechselte er das Thema und sagte: “Madam Hooch möchte aufhören. Was meinst du? Willst du nicht ihren Posten übernehmen?“
„Und Erstklässlern das Fliegen beibringen?“, blaffte Ron hinterher.
„Überleg es dir! Das Angebot steht und deine Frau wäre bestimmt nicht die Traurigste. Wir wissen alle, welche Risiken ihr eingeht“, sagte Harry und schielte zu Hermine, von der er sich Zustimmung erhoffte, doch sie sagte nichts. Ron, wie es aussah, beruhigte sich von allein. Harry hoffte, dass er ihn überzeugt hatte, denn nachdem Ginny ihn am dritten Tag im Fuchsbau in die Mangel genommen hatte, musste er versprechen, das wieder gutzumachen und jetzt ergab sich dazu eine ausgezeichnete Gelegenheit. So hätten alle etwas davon. Hermine brauchte keine Angst mehr haben, wenn Ron flog, die Kinder würden ihren Daddy öfter sehen und er hätte seinen alten Freund wieder häufiger um sich.
Harry wollte noch kurz das Grab von Dumbledore besuchen. Während sie ein paar Minuten andächtig davor standen, sagte keiner ein Wort, doch eine vertraute, jedoch nicht erwartete Stimme brach plötzlich die Stille.
„Kommt, Harry Potter, folgt mir!“
Harry zuckte zusammen. Mit allem hatte er gerechnet, nur nicht mit einem Zentauren, der ihn und seine Freunde freundlich aufforderte, mit ihm zu gehen.
„Die Zentauren müssen sich bei Harry Potter und seinen Freunden entschuldigen. Es war nicht Recht. Wir waren so von uns überzeugt, dass wir nicht erkannt hatten, wie verzweifelt ihr wart und dass ihr keine andere Wahl hattet“, sagte er schnaufend. “Wir hoffen, dass ihr uns vergeben könnt und würden uns freuen, bald auch andere Menschen zu unseren Freunden zählen zu können!“, nickte er auch den anderen freundlich zu.
Den vieren stand nach Mangorians Worten der Mund offen und sie hielten für einen Augenblick inne. „Harry, verstehst du das? Haben wir das eben richtig verstanden? Er hat sich entschuldigt? Aber…“, fragte Hermine ungläubig.
Der Zentaur ging voraus und blieb nach einer Weile stehen. Er drehte sich zu den vier Freunden um und sprach mit leiser, aber freundlicher Stimme zu ihnen: „Mein Weg endet hier, doch eurer beginnt erst! Geht nun allein weiter. Wir werden euch immer beschützen!“ Er wartete die Antwort nicht ab, sondern entfernte sich im gestreckten Galopp.
Die vier traten dichter zusammen und gingen tiefer in den verbotenen Wald hinein, bis sie ein anfangs schwaches, doch später immer stärker werdendes Licht bemerkten. Und wenn er sich vorher noch nicht ganz sicher war, so war er jetzt der festen Überzeugung, dass die ganze Sache am Ende nur ein Trick war, um sie hierher – genau hierher – zu locken. Harry warf Hermine und den anderen einen vielsagenden Blick zu und sie nickten.
„Ich denke die Antworten, die wir suchen, werden wir hier erhalten. Im Büro des Schulleiters jedenfalls nicht“, sagte Harry.
In dem Moment, als sie sich dem Licht bis auf ein paar Meter näherten, durchbrach eine tiefe, warme Stimme die Stille: „Als sich die Flammen um das weiße Grabmal schlossen, was hast du gesehen?“
Er wusste sofort, was die Stimme meinte. Es war auf Dumbledores Beerdigung gewesen, als er Ginny erklären musste, dass er sie um ihrer Selbst Willen verlassen müsste – nicht wollte, sondern musste. Das war der Zeitpunkt, als Ron und Hermine im Angesicht des Todes zueinander gefunden hatten und das Streiten ein Ende genommen hatte.
Harry kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Hermines Augen wurden feucht und die Hände der beiden Pärchen fanden zueinander.
„Ich dachte, nein ich glaubte, einen Phönix aus den Flammen aufsteigen zu sehen. Es war nur ein Augenblick… Er breitete seine Flügel aus und schoss in den Himmel, um sich weinig später aufzulösen“, schilderte Harry.
Das Licht wurde schwächer und er konnte die Umrisse eines Mannes erkennen, der zum Vorschein kam. Harrys Herz schlug schneller. Er sah aus, wie ein ganz normaler Zauberer, der ein langes Gewand von blauroter Farbe trug, welches vorn offen war, vermutlich, um sich besser bewegen zu können. Darunter trug der Mann eine Art Wams, der in einem hellen Braun gehalten war. Dieser war umschlugen von einem Gürtel, an dessen Seiten zwei silbern schimmernde, etwa dreißig Zentimeter lange, dicke Stäbe mit einer Öffnung nach unten hingen. Er lächelte und trat ein Stückweit beiseite, als im Halbdunkel zwischen zwei Bäumen ein weiterer Schatten Gestalt annahm. Es war ein ganz schwaches, orangefarbenes Glühen, das am Ende eine Gestalt zum Vorschein, die sich nun den vieren näherte.
„Es ist eine Art Magie!“, sagte die zweite Gestalt.
14. Aus einem fernen Land
„Dumbledore!“, entwich es Harry atemlos.
Ginny und Hermine stießen einen spitzen Schrei aus und wichen vor Schreck ein Stück zurück, während sich Ron die Faust in den Mund presste. Harry jedoch stand nur fassungslos da.
„Wie…?“, bekam er gerade noch heraus, während sich der fremde Zauberer gegen einen Baum lehnte und die Anwesenden beobachteten.
„Magie, Harry, Magie! Am Wendepunkt der Gezeiten kehre ich zu euch zurück und ich habe noch jemanden mitgebracht“, sagte er fortwährend lächelnd.
Jetzt strauchelte auch Harry und musste sich setzen. Er suchte nach Ginnys Hand und nachdem er sie gefunden hatte, ließen sich alle vier auf den Waldboden nieder.
„Es kostet mich unendlich viel Kraft, hier zu sein und doch musste ich dieses auf mich nehmen, um euch zu danken für alles, was ich euch aufgebürdet habe“, sagte Dumbledore.
„Wer ist das?“, fragte schließlich Ron, der als erster seine Fassung wiedergewonnen hatte, während die anderen noch nach Luft schnappten.
„Das ist kompliziert… Er kommt aus einem fernen Land und hat sich bereit erklärt, mich auf meiner Reise zu euch zu begleiten, doch nicht nur das! Er wird euch auch unterrichten in eurem achten Jahr. Ich darf Professor Jonathan vorstellen!“, sagte er zu dem Baum deutend, an welchem der Fremde lehnte und grüßend nickte.
„Aber Sir…“, widersprach Harry. “Sir, ich kann nicht mehr zaubern, seit ich Voldemort besiegt habe. Dies war der Preis, den ich zahlen musste, um den dunklen Lord besiegen zu können!“, gab er zu bedenken und begann endlich, sich ein wenig zu entspannen.
Jetzt schaltete sich der Fremde ein und sagte: „Ihr habt mich gerufen, schon vergessen? Und in Padua ist etwas passiert, aber es ist anders. Hab ich Recht?“ Er näherte sich der Gruppe und während sie ihn gebannt anstarrten, bemerkten sie nicht, wie sich der Geist Dumbledores neben Harry stellte und ihm sanft mit der fast unsichtbaren Hand über die Wange fuhr.
Harry nickte.
„Deine Liebe hat Dumbledore zurückgebracht! Du und deine Freunde; sie sind besonders, auserwählt, ausersehen, wie man es auch nennen mag. Es ist Zeit für den nächsten Schritt“, sagte Jonathan.
„Was bedeutet das?“, wollte Hermine wissen, legte aber den Kopf ein wenig stöhnend an Rons Schulter.
„Sie sollten das Angebot ihres Freundes annehmen, Ron!“, sagte Jonathan, während Ron nach Luft rang.
„Woher…?“, bekam er gerade noch raus.
„Eure Techniken sind nicht besonders. Ihr seid offene Bücher für mich. Ihr habt um etwas gebeten und es erhalten. Jetzt kommt die Zeit zu lernen, es richtig einzusetzen!“, führte er aus, aber sowohl Ron als auch Ginny widersprachen. „Ja, stimmt. Ich hatte es fast vergessen. Wir machen heute mal eine Ausnahme. Eure Hände bitte!“, sagte Jonathan mit sanfter Stimme und Hermine sah, wie Ginny und Ron dem Zauberer ohne erkennbaren Widerstand Folge leisteten. Anschließend erglühte ein ähnlich strahlendes Licht wie in dem Raum in Padua und Hermine hoffte, die beiden würden nicht übereinander herfallen, so dass man sie trennen musste. Harry giggelte. Sie fühlte seine Gedanken in ihrem Kopf und dachte daran, eine Mauer zu errichten. Stein auf Stein, auf Stein, auf Stein, bis er verstummte. Nach wenigen Minuten war es vorbei und Hermine nahm Ron und Harry Ginny in den Arm, die sich jetzt sehr zu ihren Partnern hingezogen fühlten.
„Er…“, Jonathan zeigte auf Dumbledore, “muss uns jetzt wieder verlassen, denn seine Kraft schwindet.“ Die vier Freunde sahen den weisen Zauberer verblassen.
„Nutzt es wohl!“, waren Dumbledores letzte Worte, bevor er verschwand.
Die vier konnten es noch immer kaum fassen. „Kann er wiederkommen?“, fragte Hermine schließlich.
„Wenn er sich erholt hat, wird auch dies möglich sein“, erklärte Professor Jonathan und machte eine winkende Handbewegung, die aus dem verbotenen Wald hinausdeutete.
„Aber wie…?“, hakte Harry nach, obwohl er die Antwort kannte. Was hatte Dumbledore gesagt? Für einen gut vorbereiteten Zauberer wäre der Tod nur ein weiteres Abenteuer!
„Er war gut vorbereitet!“, sagte Jonathan und bestätigte, was Harry schon vermutet hatte.
„Wie kann man sich auf so etwas vorbereiten?“, wollte Harry nun wissen, doch er ahnte schon, was jetzt kommen würde.
„Unter anderem deshalb bin ich hier, aber das ist nur ein Nebeneffekt von dem, was Sie alle lernen werden und da wir jetzt beide Professoren sind, nennen Sie mich doch Jonathan. Eure Fähigkeiten und unsere haben sich vereint. Er war auch mein Lehrer!“, sagte Jonathan nun.
„Ihr Lehrer? Aber die Legende sagt, dass die Lehrer aus den Sternen herabgestiegen sind und…“, doch weiter kam Hermine nicht.
„Sie sagen es bereits: eine Legende, ein Ammenmärchen – nichts weiter. Nach den letzten beiden Misserfolgen haben wir geschworen, nur noch zu erscheinen, wenn man uns ruft. Und in den letzten tausend Jahren konnte das keiner, was wiederum für euch spricht“, erklärte er.
Jetzt war es Hermine, die die Augen verdrehte und dachte: ’Professor Allwissend, na das wird bestimmt noch heiter werden’
Sie fühlte einen imaginären Schlag und fasste sich an den Kopf. „Alles in Ordnung, Schatz?“, wollte Ron wissen und Hermine nickte während sich ihr Blick zu Jonathan verfinsterte.
’Bist abgeprallt was?’, dachte Hermine.
Stein auf Stein, auf Stein, auf Stein. Doch Jonathan ließ sich nichts anmerken. Er setzte seine Unterhaltung mit Harry und Ginny fort. „Es gibt in ihrem wundervollen Schloss bestimmt einen Ort, an den wir uns unerkannt zurückziehen können?“, fragte er doch es klang eher wie eine Feststellung.
„Ja, aber ich würde vorschlagen, wir gönnen uns heute etwas Ruhe. Der Tag hat Überraschungen genug gebracht. Wie sieht es mit euch aus? Wollen wir morgen anfangen?“, fragte Harry und die drei bejahten. „Also gut, dann Morgen um 11 Uhr im“, sagte Harry und wurde von Jonathan unterbrochen “siebten Stock, darf ich annehmen, wenn mein Lehrer richtig lag.“
„Genau“, bestätigte Harry.
“Sie haben schon ein Quartier?“, fragte er und Jonathan nickte.
„Gut, dann bitte ich euch, mich zu entschuldigen. Ich muss einige Vorbereitungen treffen“, verabschiedete er sich höflich von den Anwesenden und ging Richtung Wald zurück. Als sich die vier später noch einmal kurz umdrehten, war er bereits verschwunden.
„Mir ist der Kerl unheimlich.“, sagte Ginny jetzt und Ron und Hermine stimmten dem zu. Hermine gesellte sich kurz zu Harry.
„Er hat versucht, in meine Gedanken einzudringen“, sagte sie jetzt.
„Er hat es aber nicht geschafft!“, entgegnete Harry lächelnd. „Es ist noch früh am Tag. Wir sind hier draußen allein. Zaubert uns jemand einen Tisch und etwas Kürbissaft her? Dann nehmen wir mal auseinander, was wir eben erfahren haben“, warf er in die Runde und Hermine hatte ihren Stab schon gezückt und die entsprechend gewünschten Dinge herbeigezaubert.
Jetzt schlugen sich die Freunde erst einmal kräftig die Bäuche voll, während man bereits beim Essen anfing zu diskutieren. Ron sollte alle anderen verblüffen, denn er sagte: „Ich denke, er nutzt Magie an sich. Er wird sie, keine Ahnung, vielleicht als Energiefeld sehen, dass sich beliebig anzapfen lässt. Das macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass viele Gegenstände und Dinge magisch sind. Der verbotene Wald ist auch magisch. Dorthin ist er zurückgegangen. Vermutlich um ’aufzutanken’ oder so was Ähnliches. Und weil ihr ihn gerufen habt, will er uns jetzt beibringen, wie das geht.“
„Und ich hab schon gedacht, sie hätten dir in den letzten zehn Jahren beim Quidditch das Hirn komplett weggeschlagen…“, lachte Harry jetzt. „Damit könntest du gar nicht mal so verkehrt liegen. Hermine hat gesagt, er hätte versucht, in ihre Gedanken einzudringen. So etwas können wir mit Legilimentik auch und wir benutzen Okklumentik, um uns dagegen zu schützen. Und was hast du getan?“, fragte Harry sie nun direkt.
„Eine Mauer! Ich habe eine Mauer in meinem Kopf aufgebaut. Immer Stein auf Stein, auf Stein. Aber es war so plötzlich… der hat sich mit dir unterhalten, während er versucht hat, in mir zu lesen“, schilderte sie.
„Hatte er denn Anlass dazu?“, wollte Ginny nun wissen.
„Ich hab gedacht: ’Professor Allwissend, na das wird bestimmt noch heiter werden.’“ Alle lachten kurz auf, bevor sie weitererzählte: “Und kurz darauf hab ich etwas wie einen dumpfen Schlag gespürt, aber er ist nicht reingekommen und hat's auch kein zweites Mal versucht. Ich hab ihn beschworen. Ich denke, es war ein Test. Wird er natürlich nie zugeben, aber er weiß jetzt: ich bin gewarnt. Und ihr jetzt auch. Also, Lektion Nummer eins: keine Okklumentik, sondern einfach eine Mauer bauen!“
„Er reduziert die Dinge auf das Wesentliche: nicht mühevoll den Geist zu entleeren, sondern einfach eine Mauer zu errichten und magisch zu verstärken“, sagte Ron jetzt.
„Ich denke, die Mauer ist alles!“, warf Hermine ein.
Ron begann: “Stell dir mal vor, was wäre, wenn du damit sehen könntest.“ Jetzt beugte er sich zu ihrem Ohr und flüsterte hinein: “Dann würde ich dich immer so sehen, wie du bist.“
Er kicherte, während Hermine schimpfte: „RON!“
Die beiden anderen lachten jetzt auch, was Hermine sichtlich peinlich war. Man beschloss, das Lager hier aufzuheben und sich auf den Rückweg zu machen. Ginny schloss sich ihrer Freundin an und Ron ging neben Harry her.
„Du hast das ernst gemeint vorhin mit dem Lehrerposten oder?“, fragte er jetzt etwas unsicher und Harry wunderte sich, warum er ausgerechnet jetzt darauf zu sprechen kam.
„Ja, ja natürlich. Das war mein voller Ernst. Du solltest mich lang genug kennen“, meinte er und verzog das Gesicht, als er merkte das Falsche gesagt zu haben.
„Hab ich auch mal gedacht, Harry.“
„Du bist immer noch sauer, oder?“
„Und ist das ein Wunder?“, stellte Ron die Gegenfrage. „Konntest du mich nicht fragen? Ging das nicht? Musstest du es über die Schule machen? Du weißt genau, was mir das bedeutet und spielst mir trotzdem so einen Streich. Ich bin enttäuscht, Harry. Mehr als das! Es mag sich gelohnt haben, hier zu sein. Ich wäre aber auch ohne das zufrieden gewesen. Das ist der Punkt. Der Dämon, den ich jage, ist ein anderer als der deine. Meiner befindet sich dort oben zwischen den drei Ringen. Als mein bester Freund hätte ich gedacht, dass du das weißt.“
Ron ließ ihn stehen und schloss rasch zu den beiden Frauen auf. Harry trottete ihnen missmutig hinterher und war den ganzen restlichen Tag und den Abend über nicht mehr zu sehen. Ron überredete Ginny zu einer Partie Zauberschach und musste anschließend mit ihr noch „Snape explodiert“ spielen.
„Das scheint ja richtig geknallt zu haben vorhin…“, sagte sie verstummend.
Ron antwortete ganz beiläufig: “Nein, ich hab ihm nur mal gesagt, was ich von seiner Aktion halte. Er hat mir angeboten, Madam Hoochs Posten zu übernehmen.“
„Echt?“, fragte seine Schwester, die ihn fassungslos anstarrte.
„Ja, echt! Und ich überlege, ob ich es mache. Auch wenn ich erst mal so getan hab, als würde mich das Angebot kalt lassen. Sagen wir“, er machte eine kleine Sprechpause, “ich mach das davon abhängig, wie es hier weitergeht und vor allem wie sich mein Freund benimmt. Im Klartext: es sind noch zwei Spiele: Halbfinale und Finale! Die werde ich auf jeden Fall bestreiten. Hab meinem Trainer vorhin noch eben schnell einen Patronus geschickt, dass ich für das Training ab sofort zur Verfügung stehe. Er war darüber sichtlich erleichtert und ich auch, dass Harry nicht noch weitere ’Vorkehrungen’ getroffen hat. Ich werd’ hier mitmischen, soweit es mein Trainingspensum zulässt, aber wenn es nicht mehr geht, ist meine Entscheidung klar. Ich spiele für England und Schluss. Das wird er akzeptieren oder ich hab mich zwanzig Jahre lang in ihm geirrt. Wenn er das hinnimmt, gebe ich meinen Rücktritt direkt nach dem Finale bekannt und werde es danach übernehmen, den Erstklässlern das Fliegen beizubringen. Es mag lächerlich klingen, aber der Gedanke hat was…“, philosophierte er.
Ginny hatte ihren Bruder, der sich sonst immer, neben Fred und George, als der Spaßvogel schlechthin gab, selten ernst erlebt. „Du kannst ja richtig finster sein. Aber gib ihm ne Chance, ja? Du weißt wie er ist. Und Ron, ich liebe euch beide. Dich als meinen Bruder und Harry als meinen Mann. Ich will nicht eines Tages wählen müssen!“, sagte sie und sah in seine Augen, während er nickte und sie weiterspielten. Beide konnten sich nicht daran erinnern, jemals so miteinander gesprochen zu haben. Er fand es erleichternd, nicht mit Hermine darüber reden zu müssen, obwohl Ginny es natürlich noch schwerer hatte.
Aber sie war seine Schwester und Blut ist nun mal dicker als Wasser.
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Mo 10 Dez, 2007 02:44 |
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